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Balearen: Armengol warnt vor Rückschritten beim Gedenken

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Im Kongress in Madrid warnt Francina Armengol am Mittwoch, 4. November 2026, vor Rückschritten beim Gedenken an die Opfer der Franco-Diktatur. Die Präsidentin des spanischen Kongresses nennt dabei ausdrücklich die Balearen. Dort würden Gesetze zur Erinnerung an die Opfer durch andere Vorschriften ersetzt, die nach ihrer Ansicht „die Spuren der Wahrheit und Gerechtigkeit auslöschen“ und die Wiedergutmachung für die Opfer erschweren.

La presidenta del Congreso, Francina Armengol, a su llegada a la reunión de la Mesa de la Diputación Permanente del Congreso de los Diputados, a 20 de octubre de 2026, en Madrid (España).
Europa Press

Fast 2,5 Millionen Anträge auf Staatsbürgerschaft

Armengol zieht bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Militärputsches, des Krieges und der Diktatur eine gemischte Bilanz. Als Fortschritt nennt sie das Gesetz über demokratische Erinnerung. Eine als „Enkelgesetz“ bekannte Zusatzregelung habe Nachkommen von Exilierten fast 2,5 Millionen Anträge auf die spanische Staatsbürgerschaft ermöglicht.

Berichte über politische Verfolgung hätten zudem zur Wiedergutmachung für mehr als 600.000 Menschen beigetragen. Zugleich lägen noch 11.000 Tote in Gräbern aus der Franco-Zeit. „Die Zeit arbeitet nicht für die Erinnerung“, sagt Armengol.

Kongress ehrt kahlgeschorene Frauen

Die jährliche Gedenkveranstaltung widmet sich diesmal Frauen, die während der Diktatur verfolgt wurden. Im Mittelpunkt stehen jene, denen zur Demütigung die Haare abrasiert wurden. Armengol zählt sie zu den am stärksten verschwiegenen Opfern.

Sie erinnert auch daran, dass auf Wunsch von Gedenkverbänden Porträts von Präsidenten der Cortes aus der Franco-Zeit entfernt wurden. Der Kongress müsse selbst ein Ort der Erinnerung sein, sagt sie.

Themen: Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com

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