Baby stirbt in Maó: Mutter ab Donnerstag vor Gericht
Ein Baby kommt am 10. September 2024 in Maó auf Menorca lebend zur Welt und stirbt, nachdem sein Kopf in einer Toilette unter Wasser war. Ab Donnerstag muss sich die damals 22-jährige Mutter wegen Mordes vor einem Geschworenengericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert acht Jahre Haft.
Was die Anklage zum Tod des Babys sagt
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft bekam die Frau gegen 05.00 Uhr starke Bauchschmerzen und brachte etwa fünf Stunden später das Kind zur Welt. Das Mädchen starb demnach an Sauerstoffmangel durch Ersticken und das Einatmen von Süßwasser. Eihäute bedeckten zudem Mund und Nase des Neugeborenen. Die Mutter stand nach der Geburt unter Schock und betätigte die Toilettenspülung.
Weder sie noch ihr Partner wussten bis zur Geburt von der Schwangerschaft. Der Partner ging zu einer Apotheke und rief mehrfach die Rettungsdienste an, ohne zu sagen, dass eine Geburt im Gang war. Die Staatsanwaltschaft wertet das Verwandtschaftsverhältnis als strafschärfend. Zugleich berücksichtigt sie eine psychische Beeinträchtigung als teilweise Entlastung und ein Geständnis als strafmildernd.
Ob es zum Prozess kommt, ist noch offen
Am Donnerstag um 09.30 Uhr soll die Auswahl der Geschworenen beginnen. Einigen sich die Verfahrensbeteiligten zuvor, könnte der Prozess entfallen. Andernfalls sollen neun Geschworene und ihre Ersatzmitglieder ausgewählt werden. Danach sind die Verlesung der Schriftsätze und Gutachten sowie Zeugenaussagen vorgesehen. Am Dienstag der folgenden Woche soll die Verhandlung weitergehen.
Themen: Gerichtsprozesse
Quelle: Europa Press / Mallorca.com