Babytod in Maó: Mutter steht wegen Mordes vor Gericht
Ein neugeborenes Mädchen stirbt in Maó auf den Balearen, nachdem sein Kopf in einer Toilette unter Wasser gerät. Am Donnerstag, 29. Oktober, soll der Prozess gegen die Mutter vor dem Geschworenengericht der Balearen beginnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord vor und fordert acht Jahre Haft.
Was die Anklage zum Tod des Babys sagt
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft bekam die damals 22-Jährige am 10. September 2024 gegen 05.00 Uhr starke Bauchschmerzen. Etwa fünf Stunden später brachte sie das Mädchen zur Welt. Bis zur Geburt wussten weder sie noch ihr Partner von der Schwangerschaft. Er ging in eine Apotheke und rief mehrfach den Notdienst an, erwähnte dabei aber nicht, dass eine Geburt bevorstand.
Das Baby kam lebend zur Welt. Laut Anklage starb es an Sauerstoffmangel: Sein Kopf war in einer Toilette unter Wasser geraten, zudem atmete es Wasser ein. Eihäute bedeckten Mund und Nase des Kindes. Die Mutter stand nach der Geburt unter Schock und betätigte die Spülung. Die Staatsanwaltschaft berücksichtigt bei ihrer Strafforderung unter anderem ihren psychischen Zustand und ihr Geständnis.
Einigung könnte den Prozess verhindern
Für Donnerstag um 09.30 Uhr ist zunächst die Auswahl der Geschworenen angesetzt. Dazu könnte es nicht kommen, falls die Verfahrensbeteiligten eine Einigung erzielen. Andernfalls sollen neun Geschworene und Ersatzmitglieder ausgewählt werden. Nach der Verlesung der Schriftsätze sind Gutachten und Zeugenaussagen vorgesehen. Der Prozess soll am Dienstag der folgenden Woche fortgesetzt werden.
Themen: Gerichtsprozesse
Quelle: Europa Press / Mallorca.com