Balearen: 171 Millionen Euro für Privatmedizin ohne Details
Bei 171 Millionen Euro für private Gesundheitsleistungen auf den Balearen bleibt laut einem Gesundheitsverband offen, wofür das Geld genau bestimmt ist und wer es erhält. Das kritisiert die Vereinigung zur Verteidigung des öffentlichen Gesundheitswesens der Balearen (Adspib) am Dienstag, 27. Oktober, in Palma auf Mallorca. Sie wirft der Regionalregierung vor, zwei Haushaltsposten auf ihrem Transparenzportal nicht aufzuschlüsseln.
Zwei Posten, keine genaue Aufschlüsselung
Der eine Posten umfasst 78 Millionen Euro für vertraglich vereinbarte medizinische Leistungen Dritter, der andere 93 Millionen Euro für weitere Gesundheitsleistungen. Bei beiden fehlen nach Angaben der Vereinigung genauere Angaben zu Zweck und Empfängern. Adspib fordert, diese offenzulegen.
Für 2026 seien bereits 228,4 Millionen Euro öffentliche Mittel der privaten Gesundheitsversorgung auf den Balearen zugewiesen, sagt Vorstandsmitglied Quico Puigventós. Das entspreche 9,3 Prozent des Budgets in diesem Bereich. Ein Bericht des Dachverbands der Vereinigung sieht die Balearen beim Grad der Privatisierung nur hinter der Region Madrid und gleichauf mit Katalonien.
Mehr Patienten warten auf Behandlung
Gleichzeitig wachsen nach Angaben der Vereinigung die Wartelisten im öffentlichen Gesundheitssystem. Am 1. Oktober standen erstmals mehr als 113.000 Patienten auf den Listen für Facharzttermine und Operationen. Gegenüber dem Vorjahr warteten 9.263 Menschen mehr auf einen Facharzttermin und 2.258 mehr auf eine Operation.
Puigventós sieht einen Zusammenhang zwischen der Auslagerung von Leistungen und einer Verschlechterung der öffentlichen Versorgung. Die Vereinigung fordert mehr Investitionen in das öffentliche Gesundheitssystem und genauere Informationen über die Vergabe von Leistungen an private Anbieter.
Themen: Gesundheit · Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com