Balearen-Unwetter: Umweltverbände fordern Bauverbot
Straßen sind gesperrt, Flüsse und Sturzbäche treten über die Ufer: Das Unwetter Adam trifft am Montag, 19. Oktober 2026, die Balearen und die Region Valencia. Greenpeace, WWF und SEO/BirdLife fordern deshalb ein Bauverbot in Überschwemmungsgebieten und die schrittweise Umsiedlung gefährdeter Wohnhäuser. In den betroffenen Regionen gelten für 145 Ortschaften Ausgangsbeschränkungen; Einsatzkräfte retten Menschen von Hausdächern und Autodächern.
Häuser und Kliniken aus Risikozonen holen
Greenpeace fordert einen Plan, um Menschen aus Gebieten mit hohem Überschwemmungsrisiko umzusiedeln. Auch wichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Altenheime sollen nach Ansicht der Organisation langfristig aus diesen Zonen weichen. Das gehe nicht von einem Tag auf den anderen, sagt Greenpeace-Vertreterin Elvira Jiménez. Neue Gebäude dürften dort aber schon jetzt nicht mehr entstehen.
Jiménez warnt zudem davor, bauliche Anpassungen als ausreichenden Schutz zu betrachten. Sie kritisiert den Vorschlag, Gebäude in Überschwemmungsgebieten höher zu errichten: Wenn die Höhe bei einer Flut nicht ausreiche, stünden die Häuser weiterhin in der Risikozone.
Verbände wollen Flüssen mehr Raum geben
WWF fordert, versiegelte Böden wieder durchlässiger zu machen und Hänge aufzuforsten. So soll Regenwasser besser im Boden versickern. SEO/BirdLife verlangt aktuelle Karten der Überschwemmungsgebiete, die auch mögliche Folgen des Klimawandels berücksichtigen. Die Organisation will außerdem Flussläufe und ihre Ökosysteme wiederherstellen.
Die Forderungen sind noch keine beschlossenen Bauverbote oder Umsiedlungen. SEO/BirdLife ruft die Menschen in den betroffenen Gebieten auf, den Anweisungen der Behörden und Rettungsdienste zu folgen und unnötige Fahrten zu vermeiden.
Themen: Wohnen & Immobilien · Umwelt
Quelle: Europa Press / Mallorca.com