Palma: Alle 15 Nutztierrassen der Balearen bedroht
Alle 15 im spanischen Katalog erfassten Nutztierrassen der Balearen gelten als bedroht. Über ihren Erhalt beraten Forscher, Züchter und Viehhalter seit Donnerstag, 29. Oktober 2026, auf einem Kongress in Palma auf Mallorca. Das Treffen auf dem Campus der Universität der Balearen dauert bis Samstag.
Mehr Tierrassen, als viele kennen
Auf den Balearen sind insgesamt 33 Tierpopulationen anerkannt: neben den 15 Nutztierrassen auch fünf Hunderassen und 13 weitere Rassengruppen. Zu den bekannteren Nutztierrassen zählen das schwarze mallorquinische Schwein, das mallorquinische Schaf und das menorquinische Rind.
Georgina Brunet, Generaldirektorin für Landwirtschaft, Viehzucht und ländliche Entwicklung, führt die Vielfalt auf die unterschiedlichen Bedingungen der Inseln und die Auswahl durch Viehhalter zurück. Als 1979 der erste staatliche Katalog erschien, führte er für die Balearen erst drei Rassen. Seither haben Züchter, Forscher und Behörden weitere Populationen erfasst und Zuchtprogramme entwickelt. Beim mallorquinischen Schaf habe sich der Bestand günstig entwickelt, sagt Brunet.
Genbank sichert Erbgut – Züchter halten die Tiere
Das Institut für Agrar- und Fischereiforschung und -ausbildung der Balearen bewahrt in seiner Genbank Erbgut von zwölf Rassen und einer weiteren Rassengruppe auf. Von fünf davon besitzt es vollständige Sammlungen. Die Genbank ergänzt den Erhalt der Tiere auf den Höfen.
Brunet betont, dass dafür auch künftig Viehhalter gebraucht werden. Ob sie die Rassen weiter züchten können, hänge ebenso von wirtschaftlich tragfähigen Betrieben und der Vermarktung ihrer Produkte ab. Am Samstag befasst sich der Kongress unter anderem mit Qualitätszertifikaten, der Nutzung von Wolle und neuen Absatzmöglichkeiten.
Themen: Natur & Tiere · Landwirtschaft · Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com