Ca l'Ardiaca: Kauf in Palma soll 2026 erfolgen
Der Inselrat von Mallorca will den Kauf der Anlage Ca l'Ardiaca in Palma auf Mallorca in den kommenden Monaten abschließen. Das Institut Mallorquí d’Afers Socials (IMAS) plant bereits die Sanierung des Gebäudekomplexes, in dem Menschen in sozialer Notlage betreut werden.
IMAS-Präsident Guillermo Sánchez geht davon aus, dass die Beurkundung noch vor Ende 2026 erfolgen wird. Der seit mehr als einem Jahr laufende Vorgang sei weiterhin offen; die Verhandlungen mit den Eigentümern seien jedoch weit fortgeschritten.
Prüfung von Unterlagen verzögert den Kauf
Nach Angaben von Sánchez prüfen die Rechts- und Architekturabteilungen derzeit Katasterdaten und Unterlagen, damit der Erwerb allen Vorschriften entspricht. Anschließend soll ein Notartermin für die Unterzeichnung vereinbart werden. Den Kaufpreis nannte der IMAS-Präsident nicht.
Die Kaufabsicht besteht seit Ende April 2025. Damals hatte der Verein Es Refugi angekündigt, einen Teil der Einrichtungen in Ca l'Ardiaca zu schließen, in denen rund 20 Menschen in Ausgrenzungssituationen betreut wurden. Die Anlage besteht aus vier Gebäuden: Drei werden vom IMAS verwaltet, zwei davon gehören Es Refugi, das zudem ein viertes Gebäude betreibt.
Sánchez begründete die Verzögerung mit Verwaltungsverfahren und den Kapazitäten der Architekturabteilung. Diese habe bis zum 31. Juli mehrere Immobilien mit europäischen Mitteln erwerben und sanieren müssen.
Sanierung für soziale Hilfsangebote vorgesehen
Der Inselrat plant nach dem Kauf Verbesserungsarbeiten und Investitionen in Ca l'Ardiaca. Damit sollen die Angebote der sozialen Inklusion in der Anlage ausgebaut werden.
Der Erwerb soll auch zusätzliche Ressourcen für Menschen ohne Wohnung ermöglichen. Der letzte formelle Zensus auf Mallorca aus dem Jahr 2024 bezifferte die Zahl der Menschen, die auf der Straße lebten, auf rund 440. Eine Aktualisierung soll in einem Projekt der Universität der Balearen und des Europäischen Netzes gegen Armut und soziale Ausgrenzung erfolgen, an dem der Inselrat beteiligt ist.
Sánchez verwies darauf, dass sich die Profile der Betroffenen verändert hätten. Nach seiner Einschätzung seien zunehmend Frauen und junge Menschen betroffen; die Hilfen müssten deshalb an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden.
Hilfe nach Räumung des früheren Gefängnisses
Als Beispiel nannte Sánchez das frühere Gefängnis von Palma auf Mallorca, in dem mehr als 200 Menschen zeitweise ohne Genehmigung lebten. Das Gebäude wurde im Juni geräumt, nachdem Berichte der Stadtverwaltung von Palma ein schweres Risiko für die Bewohner festgestellt hatten.
Nach Angaben des IMAS erhielten alle Betroffenen ein Hilfsangebot. Rund 45 Bewohner des früheren Gefängnisses nutzten anschließend Leistungen des Instituts, darunter Wohnangebote sowie soziale und berufliche Eingliederung.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com