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638 günstige Wohnungen: Kosten sprengen 30-Prozent-Grenze

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Bei allen 638 als bezahlbar angebotenen Mietwohnungen von Casa 47 würden Mieter nach Einschätzung des Observatorio del Alquiler mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens fürs Wohnen aufbringen. Das Forschungszentrum veröffentlichte die Kritik am Dienstag in Madrid. Es wirft Casa 47 vor, bei der Berechnung Nebenkosten ausgeblendet zu haben.

La ministra de vivienda, Isabel Rodríguez
Europa Press

Nach dem spanischen Wohnungsgesetz gilt eine Wohnung als bezahlbar, wenn Miete, Gemeinschaftskosten und grundlegende Versorgungsleistungen zusammen höchstens 30 Prozent des Einkommens eines Haushalts ausmachen. Laut der Analyse erreicht aber schon die Kaltmiete allein diese Grenze bei den verlangten Mindesteinkommen.

Nebenkosten treiben Belastung über die Grenze

Casa 47 habe bei seiner Formel nur die Miete berücksichtigt, kritisiert das Observatorium. In den Vermietungsregeln von November 2025 stehe dagegen, dass Miete und geschätzte Versorgungskosten zusammen nicht mehr als 30 Prozent des verfügbaren Einkommens betragen sollen.

Die Mieter sollen laut einer Klausel außerdem die laufenden Gemeinschaftskosten sowie private Dienstleistungen und Versorgungsleistungen wie Kommunikation, Wasser, Gas und Strom zahlen. Das Observatorium setzte für grundlegende Versorgungsleistungen durchschnittlich 123 Euro pro Monat an. Damit steige die finanzielle Belastung für Haushalte mit dem geforderten Mindesteinkommen auf mehr als 35 Prozent.

In Gijón steigt die Quote auf 39,77 Prozent

Den höchsten Wert fand die Untersuchung bei einer veröffentlichten Wohnung in Gijón. Dort klettere die Belastungsquote auf 39,77 Prozent – 9,77 Punkte über der gesetzlichen Obergrenze.

Das Observatorio del Alquiler wird von der Fundación Alquiler Seguro getragen. Forschende der Universität Rey Juan Carlos und der Universidad Complutense de Madrid arbeiten in dem auf den spanischen Mietmarkt spezialisierten Zentrum mit.

Themen: Wohnen & Immobilien · Politik · Wirtschaft

Quelle: Europa Press / Mallorca.com