Balearen: 283 Asbest-Pläne, EU verschärft Chemie-Regeln
Auf den Balearen bearbeitete das Institut für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 2025 insgesamt 283 Arbeitspläne mit Asbestrisiko. Das waren laut Institut 22 Prozent mehr als 2023. Am Dienstag, 6. Oktober, beschloss das Europäische Parlament strengere Grenzwerte für andere gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz.
Ende September 2025 standen auf den Balearen mehr als 200 Unternehmen im Register für Betriebe mit Asbestrisiko. Wie viele Arbeitsunfälle oder Erkrankungen dort mit Chemikalien zusammenhängen, geht aus dem jüngsten Jahresbericht des Instituts nicht hervor.
Neue Grenzen für Stoffe in Batterie und Stahl
Die neuen Regeln setzen Grenzwerte für Kobaltverbindungen aus der Batterieproduktion, für Stoffe aus der Stahl-, Eisen- und Aluminiumverarbeitung sowie für 1,4-Dioxan aus der Chemie- und Textilindustrie. Auch für Isopren, das bei der Herstellung von Chemikalien und Kautschuk eingesetzt wird, legt die EU eine Grenze für die langfristige Belastung fest.
Nach Angaben aus Brüssel könnten die Regeln in den kommenden 40 Jahren rund 1.700 Fälle von Lungenkrebs und 19.000 weitere Erkrankungen verhindern. Die Europäische Kommission soll zudem prüfen, ob Stoffe in Schweißrauch zusätzliche Beschränkungen brauchen.
Mehr Schutz, wenn der Kontakt nicht vermeidbar ist
Lässt sich die Belastung nicht ausreichend senken, sollen Beschäftigte unter anderem Atemschutz nutzen und regelmäßig Pausen in Bereichen ohne Kontaminationsrisiko machen können. Die Regeln sehen außerdem Schutz für Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte sowie mehr Schulungen für Beschäftigte vor, die mit gefährlichen Stoffen arbeiten. Sie betreffen auch den Umgang mit bestimmten gefährlichen Medikamenten.
Nach Inkrafttreten der Richtlinie haben die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, die Vorgaben in nationales Recht zu übertragen. Für einige Grenzwerte gelten längere Übergangsfristen.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com