Neue Spuren bei Darmkrebs: Forschung auf Mallorca
Eine neue Lipid-Signatur bei Darmkrebs liefert Forschern auf Mallorca Hinweise auf die Ausbreitung von Tumorzellen. Am Mittwoch, 23. September, hob die Gesundheitsbehörde der Balearen die Arbeit des Instituts für Gesundheitsforschung der Balearen (Idisba) in Palma hervor.
Ein vom Idisba geleitetes und in der Fachzeitschrift „eBioMedicine“ veröffentlichtes Projekt beschreibt vier Arten von Tumorzellen. Entscheidend ist dabei die Fettzusammensetzung ihrer Zellmembranen. Die Muster folgen laut Studie einer bestimmten Ordnung innerhalb des Tumors.
Neue Hinweise auf Metastasen
Die Untersuchung fand auch besondere Merkmale in Metastasen, die mit dem Stoffwechsel der Docosahexaensäure zusammenhängen. Das liefert neue Hinweise darauf, wie Krebszellen sich anpassen und in andere Organe ausbreiten.
Diese Erkenntnisse könnten künftig helfen, Diagnosewerkzeuge und Behandlungen für Menschen mit Darmkrebs stärker zu personalisieren. Die Forscher nutzen zudem molekulare Bildgebung und Massenspektrometrie, um Unterschiede innerhalb von Tumoren zu untersuchen. Eine neue Plattform für diese Verfahren soll die Forschungskapazität auf den Balearen stärken.
Acht Forschungsgruppen gegen Krebs
Der Onkologie-Bereich des Idisba umfasst acht spezialisierte Forschungsgruppen. Weitere Teams arbeiten an einzelnen Themen rund um Krebs. Die Arbeit reicht von Grundlagenforschung über klinische Studien bis zur Präzisionsmedizin.
Im Fokus stehen auch Metastasen bei Brustkrebs, neue Therapieziele bei Sarkomen und die genetische Untersuchung erblicher Tumoren. Dabei kommen auch Werkzeuge mit künstlicher Intelligenz zum Einsatz, um genetische Risikovarianten besser zu erkennen.
Bei Brust- und Darmkrebs suchen die Teams nach Biomarkern für eine frühere Diagnose und die Begleitung von Patienten. Beim fortgeschrittenen Eierstockkrebs entwickeln sie unter anderem Systeme, die Medikamente nach einer Operation lokal freisetzen sollen. Außerdem untersuchen sie, wie Lebensgewohnheiten das Krebsrisiko beeinflussen.
Themen: Kultur · Gesundheit
Quelle: Europa Press / Mallorca.com