Drogen-Retreat in Sagunt: Auch Kunden von den Balearen
In einem Chalet in Sagunt in der Region Valencia trafen Ermittler am 25. September auf Kunden von den Balearen. Dort boten die Betreiber eines mutmaßlich falschen Therapie-Retreats Behandlungen mit psychoaktiven Substanzen an. Die Guardia Civil durchsuchte das Haus, nahm den mutmaßlichen Leiter fest und ermittelt gegen eine weitere Beteiligte.
Angebliche Therapie für bis zu 500 Euro
Die Ermittlungen begannen mit einer Internetanzeige für Retreats rund um „Psychologie“ und „Therapie“. Nach Angaben der Guardia Civil verlangten die Betreiber für Plätze bis zu 500 Euro. Sie verabreichten unter anderem Ayahuasca, halluzinogene Pilze und Psilocybin und versprachen, damit Krankheiten zu heilen. Eine entsprechende Ausbildung oder Zulassung konnten sie laut den Ermittlern nicht vorweisen. Auch für den Betrieb des Zentrums fehlte eine Genehmigung.
Auf ihrer Website stellten die Betreiber Erbrechen und Durchfall als Zeichen einer Besserung dar. Die Polizei bezeichnet diese Behauptungen ebenso als falsch wie die Werbeaussagen über eine mögliche Wirkung gegen Krebs.
Pilze, Kapselmaschine und Patientenakten gefunden
Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Ermittler unter anderem Pilze mit möglicher halluzinogener Wirkung, eine Maschine zur Herstellung von Kapseln, Bargeld und Patientenakten. Die Analyse zahlreicher gefundener Substanzen steht noch aus. Im Chalet hielten sich auch Kunden aus Tarragona, Barcelona und Bizkaia auf.
Dem festgenommenen Mann und der später als Verdächtige geführten Frau werden Verstöße gegen das Gesundheitsrecht, unerlaubte Berufsausübung und Betrug vorgeworfen. Die Ermittlungsunterlagen liegen beim Gericht in Sagunt.
Themen: Polizei · Gesundheit
Quelle: Europa Press / Mallorca.com