Endesa warnt: 80-Prozent-Regel könnte Rechenzentren bremsen
Neue Rechenzentren in Spanien könnten langsamer entstehen, wenn die geplanten Stromregeln in Kraft treten. Davor warnt der Energiekonzern Endesa in einer am 28. Oktober veröffentlichten Einschätzung. Die jüngsten Änderungen am Vorschlag der Regierung reichten nicht aus, um Hürden für Investitionen vollständig abzubauen, sagte Endesa-Manager José Casas bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Jahres.
Die Regelung hätte laut Casas keine direkten Auswirkungen auf Endesa. Er sieht in Rechenzentren aber eine Chance für Investitionen in erneuerbare Energien und Stromnetze sowie für Arbeitsplätze und künstliche Intelligenz.
80 Prozent erneuerbarer Strom – Stunde für Stunde
Der Knackpunkt ist eine Vorgabe, nach der der Strombedarf der Rechenzentren stündlich zu 80 Prozent mit erneuerbarer Energie abgeglichen werden soll. Die überarbeitete Vorlage lässt dafür eine Übergangszeit von höchstens fünf Jahren zu. Casas hält diese Erleichterung für unzureichend.
Nach seinen Angaben müssten die Anlagen zudem an einem System teilnehmen, das ihre Leistung automatisch reduziert. Dadurch könnten sie vom Netz getrennt werden, ohne eine Entschädigung zu erhalten, warnte er. Die Regierung hat den Vorschlag dem Staatsrat vorgelegt.
Endesa drängt auf Netzplanung und Auktionen
Casas fordert außerdem eine zügige Verabschiedung der Netzplanung für 2025–2030. Sie muss noch durch das Parlament. Auch beim Kapazitätsmarkt und bei Auktionen für Gebiete außerhalb des spanischen Festlands drängt er auf Fortschritte.
Die ersten Auktionen im Kapazitätsmarkt erwartet Casas wahrscheinlich vor 2027. Sie sollen Investitionen in Technik anstoßen, die das Stromsystem verlässlich und flexibel hält.
Themen: Umwelt · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com