EU: Ab Sonntag 2 Euro je Artikel aus Nicht-EU-Ländern
Für jeden online bestellten Artikel aus einem Nicht-EU-Land fallen in der Europäischen Union ab Sonntag, 1. November, zwei Euro Bearbeitungsgebühr an. Zahlen muss sie die Stelle, die für die Importkosten verantwortlich ist – nicht unmittelbar der Käufer. Die Regel gilt in allen EU-Mitgliedstaaten und betrifft damit auch Bestellungen bei Plattformen wie Shein und Temu.
Zwei Euro zusätzlich zum bisherigen Zoll
Die neue Gebühr kommt zum Zoll von drei Euro hinzu, der seit Juli für importierte Artikel in Sendungen mit einem Wert von höchstens 150 Euro gilt. Anders als die neue Gebühr berechnet die EU diesen Zoll nach Warenkategorie: Mehrere Artikel derselben Kategorie in einem Paket können zusammen mit drei Euro belegt werden. Bei unterschiedlichen Kategorien können jeweils drei Euro anfallen.
Mit den zwei Euro will die EU die Kosten der Zollbehörden für die Bearbeitung und Kontrolle der Sendungen decken. Dazu zählen die Prüfung der Angaben, Risikoanalysen und, wenn nötig, Kontrollen der Waren.
Mehr Sendungen, mehr Kontrollen
Im Jahr 2025 kamen laut Angaben aus Brüssel rund 5,9 Milliarden Artikel mit geringem Wert auf den EU-Markt – viermal so viele wie 2022. Etwa 90 Prozent stammten aus China. Die wachsende Zahl erschwert es den Zollbehörden, Waren zu erkennen, die gegen europäische Sicherheits- und Verbraucherschutzregeln verstoßen.
Die Europäische Verbraucherorganisation begrüßt die neue Gebühr, warnt aber vor versteckten Kosten für Käufer am Ende des Bestellvorgangs. Nach EU-Recht muss der Gesamtpreis vorab erkennbar sein. Die Organisation fordert zudem, dass die Einnahmen tatsächlich in stärkere Zollkontrollen fließen.
Künftig sollen Plattformen und Verkäufer von Waren aus Nicht-EU-Ländern stärker für Zollzahlungen und die Einhaltung der EU-Regeln verantwortlich sein. Der bisherige Zollsatz von drei Euro ist als Übergangslösung bis Juli 2028 vorgesehen. Dann soll eine neue europäische Zoll-Datenplattform für den Onlinehandel starten.
Themen: Politik · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com