EU-Geld für Menschen mit Behinderung steht auf dem Spiel
Ohne Finanzierung können Menschen mit Behinderung ihre Rechte nicht ausüben. Davor warnt Ana Peláez Narváez mit Blick auf den EU-Haushalt für 2028 bis 2034. Die Generalsekretärin des Europäischen Behindertenforums äußerte sich in einem Interview für ein Projekt der spanischen Organisation Cermi, über das die Nachrichtenagentur Europa Press am 9. Oktober aus Madrid berichtet.
Was beim EU-Haushalt auf dem Spiel steht
Peláez befürchtet, dass Menschen mit Behinderung im nächsten Haushalt weniger gezielt berücksichtigt werden. Wenn die EU verschiedene Aufgaben in größeren Fördertöpfen bündelt, könnten eigene Mittel und Kontrollen für diesen Bereich verloren gehen. Sie fordert deshalb erkennbare Budgetposten und klare Ziele.
Europäische Fördermittel, besonders der Europäische Sozialfonds, hätten in den vergangenen Jahrzehnten Beschäftigungschancen eröffnet und soziale Ausgrenzung bekämpft, sagt Peláez. Der Europäische Grundsatz sozialer Rechte sieht zudem Hilfen und Dienste vor, die Menschen mit Behinderung die Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft ermöglichen sollen.
Peláez fordert überprüfbare Ziele
Die EU müsse Menschen mit Behinderung in ihren Zielen, Kennzahlen und Kontrollen ausdrücklich berücksichtigen, fordert Peláez. Ohne getrennt erfasste Daten lasse sich schwer erkennen, ob öffentliche Investitionen die Menschen erreichen, die sie besonders benötigen.
Besonders verweist sie auf Frauen und Mädchen mit Behinderung. Sie seien unter anderem bei Arbeit, Bildung, Gesundheit und beim Schutz vor Gewalt zusätzlichen Ungleichheiten ausgesetzt. Organisationen von Menschen mit Behinderung müssten deshalb an der Entwicklung und Überprüfung der EU-Politik mitwirken.
Themen: Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com