Mallorca: Balearen fordern EU-Hilfe für Fracht und Energie
Der Transport von Waren und die Energieversorgung kosten Unternehmen auf Mallorca und den übrigen Baleareninseln mehr als auf dem Festland. Deshalb fordert die balearische Regierung EU-Hilfe für den Warentransport und Maßnahmen für mehr Energiesicherheit. Das geht aus einem Brief von Ministerpräsidentin Marga Prohens an die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Teresa Ribera, hervor, über den die Regierung am 5. November informiert hat.
Eine Fördergrenze bremst Hilfen
Prohens knüpft mit dem Brief an ein Treffen mit Ribera am 14. Oktober in Brüssel an. Dort hatte sie verlangt, die sogenannte De-minimis-Regel zu lockern und wegen der internationalen Instabilität und teurerer Brennstoffe vorübergehend auszusetzen. Die Regel begrenzt bestimmte Hilfen für ein Unternehmen auf 300.000 Euro innerhalb von drei Jahren.
Nach Ansicht der balearischen Regierung erschwert diese Grenze den Ausgleich der Mehrkosten, die Unternehmen auf den Inseln tragen. Besonders betroffen seien Landwirtschaft und Fischerei: Für sie gelten niedrigere Fördergrenzen, während Brennstoff, Beschaffung und Vermarktung zusätzliche Kosten verursachen.
Hilfe für Fracht und Energie gefordert
Ein von der Regierung beauftragtes Gutachten zählt weitere Nachteile auf. Dazu gehören höhere Kosten für den Transport von Waren per Schiff und Flugzeug sowie größere Vorräte an Rohstoffen und anderen Gütern, die Unternehmen vorhalten müssen.
Die EU-Regeln sehen laut dem Brief bereits Hilfen für die Beförderung von Bewohnern abgelegener Regionen vor – allerdings nur für Passagiere. Die balearische Regierung möchte prüfen lassen, ob sich auch die dauerhaften Mehrkosten beim Warentransport ausgleichen lassen.
Bei der Energie verweist das Gutachten auf die Abhängigkeit von Lieferungen von außerhalb der Inseln und begrenzte Verbindungen zu anderen Versorgungsnetzen. Die Europäische Kommission soll diese Nachteile bei der Überarbeitung ihrer Förderregeln berücksichtigen. Ob daraus neue Hilfen entstehen, ist offen.
Themen: Politik · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com