Fahrschulen in der Kritik: Bis zu 300 Euro beim Wechsel
Wer die Fahrschule wechselt, kann laut Verbraucherschützern mit Strafen von bis zu 300 Euro konfrontiert werden. Die Organisation der Verbraucher und Nutzer (OCU) warnt am 15. September in Madrid vor möglicherweise missbräuchlichen Klauseln und undurchsichtigen Preisen bei einigen Fahrschulen. Besonders kritisch sieht sie „Alles-inklusive“-Pakete.
Fahrschulen müssen den Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer klar nennen, so die OCU. Dabei müsse erkennbar sein, ob Gebühren der Verkehrsbehörde DGT, erforderliche Bescheinigungen und weitere Verwaltungskosten enthalten sind. Auch die Zahl und Dauer der Praxisstunden müsse im Vertrag stehen: Die Pakete umfassen laut OCU zwischen 8 und 22 Stunden, eine Stunde dauert zwischen 45 und 90 Minuten.
Lockangebot mit zusätzlichen Kosten
Ein Angebot wie „Führerschein B2 für 650 Euro, alles inklusive“ sei nicht akzeptabel, wenn Prüfungsgebühren später extra berechnet werden, erklärt die OCU. Diese Gebühren lägen bei rund 100 Euro. Ebenso problematisch sei es, wenn die begrenzte Zahl der Praxisstunden verschwiegen werde. Nach Angaben der Organisation seien meist 25 Stunden nötig, bei einem Durchschnittspreis von 30 Euro.
Auch die Gültigkeit eines Angebots, ein mögliches Widerrufsrecht sowie Bedingungen für Prüfungstermine und Prüfungen müssten genannt werden.
Geld bleibt weg, Unterricht verfällt
Die OCU nennt weitere Klauseln, die sie für potenziell missbräuchlich hält. Dazu zählt, dass bereits gezahltes Geld bei einer freiwilligen Abmeldung einbehalten wird, ohne dass es einen gleichwertigen Ausgleich gibt, falls die Fahrschule ihren Betrieb einstellt.
Kritik gibt es auch an Hürden beim Wechsel oder bei der Abmeldung, etwa durch übermäßige und teure Formalitäten oder sehr lange Fristen. Bereits bezahlte Praxisstunden dürften nach Ansicht der OCU nicht verfallen, wenn die Fahrschule selbst keine Kapazitäten bietet. Auch einseitige Preis- oder Vertragsänderungen ohne vorherige Vereinbarung prangert die Organisation an.
Bei Streit rät die OCU, der Fahrschule schriftlich zu widersprechen, die Vorgänge festzuhalten und eine Lösung zu verlangen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com