mallorca-news

Unbegleitete minderjährige Migranten: Balearen suchen Familien

Die Balearen wollen Familien von unbegleiteten minderjährigen Migranten ausfindig machen, die auf den Inseln betreut werden. Familienministerin Sandra Fernández erklärte am 18. August 2026 in Palma auf Mallorca, anschließend solle geprüft werden, ob eine Rückkehr der Kinder und Jugendlichen in ihre Herkunftsländer zu Angehörigen möglich sei.

Archivo - La consellera de Familia y Bienestar Social, Sandra Fernández, durante una sesión plenaria en el Parlament balear, a 4 de noviembre de 2025, en Palma de Mallorca, Mallorca, Islas Baleares (España).
Foto: Isaac Buj – Europa Press

Fernández sprach während eines Besuchs des Freiwilligencamps „Fiesta con cabeza“. Ihre Partei PP habe einen Antrag eingebracht, mit dem sie von der spanischen Regierung eine besondere Antwort auf die Lage unbegleiteter minderjähriger Migranten auf den Balearen und Maßnahmen zur Familienzusammenführung in den Herkunftsländern fordere.

Prüfung der Familienverhältnisse

Nach Ansicht der Ministerin befinden sich viele der Minderjährigen nicht in einer vollständigen Schutzlosigkeit, auch wenn sie ohne Begleitung auf den Inseln seien. Ein Teil habe Kontakt zu seinen Familien; einige Angehörige seien bereits bekannt oder könnten ermittelt werden.

Über Kommunikationswege der spanischen Regierung mit den Herkunftsländern und mit Unterstützung der Minderjährigen sollen die Familien ausfindig gemacht werden. Danach müssten die zuständigen Stellen feststellen, ob sie den Schutz der Kinder gewährleisten könnten. Falls dies gegeben sei, solle eine Rückkehr zu den Familien mit allen Garantien geprüft werden.

Einrichtungen nach Angaben der Regierung überlastet

Fernández verwies zudem auf die bevorstehende Konferenz für Kinder und Jugendliche am 27. August. Dort soll ein außerordentlicher Kredit von 25 Millionen Euro für Ceuta beraten werden, der mit der Betreuung minderjähriger Migranten verbunden ist.

Auf den Balearen liege die Zahl unbegleiteter minderjähriger Migranten nach ihren Angaben inzwischen bei fast 900. Die Schutzeinrichtungen seien dadurch überlastet, besonders auf Formentera. Die Inselräte, die für die Betreuung Minderjähriger zuständig sind, hätten neben finanziellen Problemen auch zu wenig Personal und nicht genügend geeignete Räume.

Zu einer möglichen Erweiterung der temporären Aufnahmeeinrichtung neben dem CATE von Son Tous machte Fernández keine Angaben. Das Instituto Mallorquín de Asuntos Sociales verwalte das Gelände und könne dazu nähere Informationen geben.

Themen: Politik · Palma

Quelle: Europa Press / Mallorca.com