Gaudís Umbau in Palma: Forscher prüfen den Klang
Ein Resonanzkasten an den Chorsitzen der Kathedrale von Palma auf Mallorca half, Gesänge ins Mittelschiff zu tragen. Ob Antoni Gaudí diese Wirkung bei seinem Umbau gezielt plante, ist noch nicht technisch und anhand von Dokumenten geklärt. Der Dokumentarist Sebastián Escalas stellt seine Untersuchung vom 22. bis 25. Oktober beim Gaudí International Congress 2026 in La Pedrera in Barcelona vor.
Kam der Gesang besser bei den Gläubigen an?
Gaudí könnte den Chor aus der Mitte der Kathedrale in die Hauptkapelle verlegt haben, damit die Musik die Gläubigen im Mittelschiff besser erreichte. So beschreibt Escalas eine mögliche Absicht des Architekten. Er untersucht auch zwei Schallreflektoren: Ihre Form und Materialien wie Holz, Baumwolle und Stoff könnten den Klang beeinflusst haben. Vermutlich sollten sie Predigten besser hörbar machen. Wie sie tatsächlich wirkten, lässt sich laut Escalas nur mit geometrischen Nachbildungen anhand alter Fotos prüfen.
Nachbau eines verschwundenen Bauteils
Ein weiterer Schallreflektor, den Gaudí 1905 für die Kanzel des Evangeliums entwarf, ist verschwunden. Die Universität Rovira i Virgili hat auf Wunsch der Kathedrale ein Modell davon angefertigt. Escalas sieht darin einen ersten Schritt, um die akustische Wirkung des Bauteils weiter zu untersuchen.
Auf dem Kongress geht es auch um Gaudís übrigen Umbau der Kathedrale. Der Archivar Rafel Morro stellt Dokumente vor, mit denen sich die Arbeit von Gaudís Mitarbeitern untersuchen lässt. Die Forscherin Mercè Gambús befasst sich damit, wie der Umbau später beurteilt wurde und was das für den Erhalt der Kathedrale bedeutete.
Themen: Kultur
Quelle: Europa Press / Mallorca.com