Neue Regeln gegen Gewalt in Mallorca-Heimen
In den Schutzzentren für Minderjährige auf Mallorca sollen Fachkräfte Gewalt künftig früher erkennen und Betroffene besser schützen. Der Inselrat von Mallorca stellte am Samstag ein neues Protokoll für die Zentren vor. Es soll Kindern und Jugendlichen sichere Orte bieten und eine angemessene Reaktion ermöglichen, wenn ihr Wohl oder ihre Rechte gefährdet sind.
Das Protokoll legt gemeinsame Abläufe für Fachkräfte fest. Sie sollen Risiken bei jedem Minderjährigen individuell prüfen, bei Verdacht, Hinweisen oder Aussagen handeln und dabei verhindern, dass Betroffene erneut belastet werden.
Gemeinsame Abläufe bei Verdacht auf Gewalt
Die neue Vorgabe sieht vor, Maßnahmen zu dokumentieren, weiterzuverfolgen und vertraulich zu behandeln. Wenn es nötig ist, sollen die Zentren mit Kinderschutz, Gesundheit, Bildung, Sicherheitskräften und der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten.
Minderjährige sollen außerdem über ihre Rechte und die vorhandenen Schutzmöglichkeiten informiert werden. So sollen sie mögliche Gewalt erkennen und wissen, wo sie Hilfe bekommen können.
Kinder sollen mitreden können
Das Protokoll sieht auch vor, dass Kinder und Jugendliche am Leben in den Zentren beteiligt werden. Sie sollen bei Regeln sowie bei Kommunikations- und Schutzwegen mitwirken können. Für die Fachkräfte verlangt das Papier eine erste und fortlaufende Schulung.
Der Inselrat ordnet das Protokoll in seinen Plan für die stationären Betreuungsdienste ein. Es ergänzt unter anderem bereits bestehende Vorgaben zur Suizidprävention und zur ersten Reaktion bei suizidalem Verhalten. Grundlage sind zudem die Vorgaben des spanischen Gesetzes zum umfassenden Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com