Greenpeace fordert Kurswechsel in der Wasserkrise
Greenpeace hat am Mittwoch in Madrid in Spanien die Regierung und die autonomen Gemeinschaften aufgefordert, keine neuen Stauseen und Wasserüberleitungen zu planen. Die Organisation verlangt zudem die strikte Einhaltung ökologischer Mindestabflüsse als Reaktion auf die Wasserkrise, die nach ihrer Einschätzung besonders den Norden Spaniens betrifft.
Die Umweltorganisation fordert eine Abkehr von einer auf Infrastruktur ausgerichteten Wasserpolitik. Stattdessen sollten Böden wiederhergestellt, Erosion verhindert und heimische Waldflächen geschützt werden.
Forderungen für Flüsse und Grundwasser
Nach Auffassung von Greenpeace dürfen Wasserentnahmen Flüsse und aquatische Ökosysteme im atlantischen und mediterranen Einzugsgebiet nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Die Organisation verlangt deshalb, ökologische Mindestabflüsse strikt zu sichern.
Zudem fordert sie die sofortige Schließung illegaler Brunnen und Entnahmestellen sowie einen besseren Schutz der Grundwasserleiter vor Verschmutzung. Gemeinden sollten ihre Verteilnetze prüfen und dringend reparieren, um Verluste von Trinkwasser durch undichte Leitungen zu beenden.
Kritik an wasserintensiven Vorhaben
Greenpeace verlangt von der Zentralregierung und den Regionalregierungen, Genehmigungen für große Freizeit-, Tourismus- oder Intensivprojekte in von Wasserstress und Desertifikation betroffenen Gebieten zu stoppen. Gleichzeitig solle der Bedarf der Agrarindustrie deutlich sinken und sich an der wissenschaftlich ermittelten tatsächlichen Wasserverfügbarkeit orientieren.
Die Organisation verweist auf Prognosen, wonach die verfügbare Ressource in den kommenden Jahrzehnten um bis zu 40 Prozent zurückgehen könne. Sie spricht sich dafür aus, die intensive industrielle Tierhaltung zu verringern und extensive sowie familiengeführte Tierhaltung vorrangig zu behandeln.
Die Forderungen erhob Greenpeace zum Beginn der 17. Konferenz der Vertragsparteien des UN-Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung in Ulan Bator in Mongolei. Spanien solle sich dort für einen verbindlichen internationalen Rahmen zur vorbeugenden Bewirtschaftung und zur Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Dürren einsetzen.
Julio Barea, Leiter der Wasserkampagne von Greenpeace Spanien, kritisierte einen aus seiner Sicht nicht nachhaltigen Umgang mit Wasser. Er verwies darauf, dass nach Angaben der Organisation 30 Prozent des Trinkwassers durch Lecks in defekten Rohren verloren gingen.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com