Hilfe zu Hause auf den Balearen: Personal fehlt
Auf den Balearen warten Menschen auf Hilfe zu Hause, weil Personal fehlt. Das räumte Sozialministerin Sandra Fernández am Donnerstag, dem 1. Oktober, bei einer Anhörung im Parlament in Palma ein. Sie beantwortete dort Fragen der sozialistischen Partei PSIB zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen.
„Wenn wir keine Fachkräfte haben, können wir nicht alle Menschen erreichen, die wir erreichen möchten“, sagte Fernández. Die Regionalregierung habe zwar mehr Geld bereitgestellt, die Betreuungsstunden ausgeweitet und die Arbeitsbedingungen verbessert. Den Personalmangel bekomme sie aber nur schwer in den Griff.
Hilfe trotz Warteliste reicht nicht immer
Nach Angaben der Ministerin erhalten 85 Prozent der Menschen auf der Warteliste für Hilfe zu Hause bereits eine andere Leistung oder einen anderen Dienst aus dem Unterstützungssystem. Der PSIB-Abgeordnete Omar Lamin hielt dagegen: Die von ihm angesprochene Geldleistung liege unter 200 Euro. Damit ließen sich die nötigen Betreuungsstunden nicht bezahlen.
Die durchschnittliche Wartezeit nach einem Antrag auf einen individuellen Betreuungsplan bezifferte Fernández für die Balearen auf 129 Tage. Seit Mai 2023 sei die Zahl der Leistungen um 39 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum hätten die Anträge um 24 Prozent zugenommen.
Mehr Stunden, aber weiter zu wenig Personal
Für die Hilfe zu Hause stehen nach Angaben der Ministerin 43.000 zusätzliche Stunden zur Verfügung. Außerdem hat die Regionalregierung 11 Millionen Euro investiert, um die Betreuung per Hausnotruf auf 23.000 Geräte auszuweiten.
Daneben arbeitet die Regierung an 1.592 Plätzen für pflegebedürftige Menschen: 899 gehören zu laufenden Projekten, 693 sind in dieser Legislaturperiode neu geplant. Für die Hilfe in den eigenen vier Wänden bleibt laut Fernández jedoch der Mangel an Personal das größte Problem.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com