HIV in Spaniens Gefängnissen: Neue Abläufe geplant
In Spaniens Gefängnissen sollen neue klinische Protokolle die Versorgung von Menschen mit HIV verbessern. Das spanische Gesundheitsministerium und die HIV-Forschungsgruppe GeSIDA haben dafür eine Vereinbarung geschlossen. Die am 21. Oktober 2026 aus Madrid gemeldete Zusammenarbeit ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und kann um zwei weitere Jahre verlängert werden.
Viele erhalten eine Therapie – Bedarf bleibt
Die HIV-Prävalenz in Spaniens Gefängnissen sank laut GeSIDA von 6 Prozent im Jahr 2012 auf 2,9 Prozent im Jahr 2024. Im Jahr 2024 erhielten 96,66 Prozent der dort betreuten Menschen mit HIV eine antiretrovirale Therapie. Während ihrer Haft meldeten die Gefängnisse in diesem Jahr keine neuen Aids-Diagnosen.
Trotzdem sieht GeSIDA weiteren Bedarf. In den Gefängnissen übernehmen häufig medizinische Fachkräfte ohne Spezialisierung die Versorgung. Ihnen stehen nicht immer die gleichen spezialisierten Ressourcen zur Verfügung wie Teams in Krankenhäusern.
Schulungen, Vorsorge und weitere Infektionen
Die Partner wollen medizinisches Personal zu Prävention, Diagnose und Behandlung schulen und neue klinische Protokolle erarbeiten. Für Inhaftierte sind Informationen zur Vorsorge vorgesehen, darunter zur Nutzung von Kondomen und zu Medikamenten, die das Risiko einer HIV-Infektion senken können.
Die Zusammenarbeit soll auch andere Infektionen stärker in den Blick nehmen, darunter Virushepatitis, sexuell übertragbare Infektionen und Tuberkulose. Zudem wollen die Partner Forschung fördern und Stigmatisierung und Diskriminierung abbauen.
Themen: Gesundheit
Quelle: Europa Press / Mallorca.com