Marratxí: MÉS kritisiert Vergaben an PP-Familien
Unter den Empfängern von 34 öffentlichen Wohnungen in Sa Cabana in Marratxí sollen nach Angaben von MÉS per Marratxí der Sohn eines PP-Gemeinderats und der Neffe einer PP-Gemeinderätin sein. Die Partei kritisiert am 25. September die Vergabe durch das Institut Balear de l’Habitatge, kurz Ibavi, und wirft dem Rathaus mangelnde Transparenz vor. Zudem bezweifelt sie, ob die Prioritäten bei der Auswahl den Wohnbedarf ausreichend berücksichtigt haben.
Acht Monate ohne Unterlagen
MÉS per Marratxí erklärt, die Informationen erst nach acht Monaten erhalten zu haben. Die Partei habe Unterlagen zum Vergabeverfahren verlangt, diese seien ihr zunächst verweigert worden. Laut Sprecherin Aina Amengual hatte die Stadtverwaltung den Zugang zu den Daten der im Verfahren gemeldeten Bewerber abgelehnt.
Amengual betont, ihre Fraktion habe keine Veröffentlichung persönlicher Daten verlangt. Als Gemeinderäte hätten sie die Unterlagen unter Wahrung der Vertraulichkeit einsehen wollen, um das Verfahren kontrollieren zu können. MÉS verweist dabei auf die Geschäftsordnung von Marratxí und auf das balearische Kommunalrecht.
Streit um die Auswahlkriterien
Im Dezember 2023 hatte die Gemeinde laut MÉS eine Vereinbarung mit dem Ibavi angekündigt: Menschen mit mehr als fünf Jahren Wohnsitz in Marratxí sollten bei den 34 Wohnungen in Sa Cabana bevorzugt werden. Nach Angaben der Partei gab es 80 Bewerber mit dieser Wohndauer sowie eine Person mit eingeschränkter Mobilität. Dem standen 910 Bewerber gegenüber, die kürzer als fünf Jahre in der Gemeinde lebten oder von anderen Inseln kamen.
Bei der Übergabe der Wohnungen habe das Rathaus erneut erklärt, Bewohner von Marratxí seien gemäß der Vereinbarung bevorzugt worden, so MÉS. Die Partei kritisiert, ein langer Wohnsitz belege zwar Bindung an den Ort, aber nicht automatisch einen höheren Wohnbedarf. Amengual äußert deshalb Zweifel, ob Familien mit größerer Wohnungsnot leer ausgegangen sein könnten.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com