Meliá-Chef: Illegale Vermietung treibt die Überlastung
Auf den Balearen stieg die Einwohnerzahl in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 30 Prozent, die Zahl der Touristen um 60 Prozent. Die Hotelkapazität legte dagegen nur um 4,3 Prozent zu. Gabriel Escarrer, Präsident und CEO von Meliá Hotels International, macht dafür vor allem die illegale Ferienvermietung mitverantwortlich.
Am 25. September kritisierte der Hotelmanager in Madrid Forderungen, den Tourismus per Dekret zu begrenzen. Auch höhere Touristenabgaben seien aus seiner Sicht keine Lösung, weil sie nicht die Ursache der Überlastung träfen.
Mehr Betten außerhalb der Hotels
Escarrer verweist auf mehr als 140.000 regulierte Ferienunterkunftsplätze auf den Balearen. Dazu kämen nach seinen Angaben Tausende nicht regulierte oder illegale Plätze.
Dass die Zahl von Einwohnern und Touristen so stark wachsen konnte, erklärt der Meliá-Chef mit dem Aufkommen der Ferienvermietung. Hotels hätten ihre Kapazität im selben Zeitraum kaum ausgebaut.
Forderung nach gleichen Regeln
Escarrer fordert, das gesamte nicht regulierte Unterkunftsangebot von Vermietungsplattformen zu entfernen. Ferienvermietungen müssten denselben Regeln für Planung, Steuern und Regulierung folgen wie Hotelketten.
Statt Besucherzahlen pauschal zu begrenzen, verlangt er mehr Planung, Investitionen in öffentliche Infrastruktur und eine Steuerung der Touristenströme. Der Erfolg des Tourismus dürfe nicht allein an der Zahl der Gäste gemessen werden, sagte Escarrer.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com