146 Verfahren, keine Schließung: Streit um illegale Ferienwohnungen
Auf Mallorca ist in dieser Legislaturperiode laut der sozialistischen Fraktion im Inselrat keine illegale Ferienunterkunft geschlossen worden. Dabei wurden bis Juli 146 Sanktionsverfahren wegen illegaler touristischer Angebote bearbeitet. Die Zahl liegt nach Angaben von Tourismusrat Guillem Ginard 40 Prozent über dem Wert des gesamten Jahres 2025.
Die Sozialistin Joana Maria Adrover kritisiert, Verfahren allein stoppten die illegale Ferienvermietung nicht. Entscheidend sei, dass die Tätigkeit tatsächlich ende. Der Inselrat habe aus ihrer Sicht keine wirksame Maßnahme nachgewiesen.
54 Anordnungen, aber keine Angaben zur Umsetzung
Ginard verwies am Dienstag auf 54 Anordnungen zur sofortigen Einstellung der Tätigkeit. Adrover verlangt nun Auskunft darüber, wie viele davon befolgt und wie viele vollstreckt wurden. Nach ihren Angaben gab es weder vorsorgliche Schließungen noch Zwangsgelder oder Fälle, die an die Staatsanwaltschaft gingen.
Die 54 Anordnungen seien gemessen an den Dimensionen des Problems viel zu wenig, sagte Adrover. Sie verwies auf die Aussage von Palmas Bürgermeister Jaime Martínez, wonach es allein in der Gemeinde Palma auf Mallorca 15.000 illegale Mietwohnungen gebe.
Kritik auch am Tourismusplan
Die Sozialistin wirft dem Inselrat vor, das Problem seit Beginn der Legislaturperiode nicht in den Griff zu bekommen. Beschwerden von Anwohnern über illegale Ferienwohnungen liefen teils seit Jahren, obwohl die Angebote weiter betrieben würden.
Zugleich kritisiert Adrover, dass Ginard eine Änderung des Plans für touristische Interventionsgebiete, kurz PIAT, in dieser Legislaturperiode für unwahrscheinlich hält. Der Plan sollte die Höchstzahl touristischer Plätze auf Mallorca senken. Eine solche Reduzierung hatte Inselratspräsident Llorenç Galmés nach Angaben der Sozialistin vor mehr als zwei Jahren zugesagt.
Adrover sieht darin einen Widerspruch: Der Inselrat wolle den touristischen Druck begrenzen, während die Zahl der Besucher weiter steige. Ihre Forderung: weniger illegal betriebene Ferienunterkünfte statt weiterer angekündigter Verfahren.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com