Iran-Krieg: Ex-Minister sieht USA und Israel als Verlierer
Im CaixaForum in Palma erklärt Israels früherer Außenminister Shlomo Ben Ami am Dienstag die USA und Israel zu Verlierern des Iran-Kriegs. Beide hätten zwar Schlachten gewonnen, den Krieg insgesamt aber nicht, sagte er bei einem Vortrag über die internationale Lage.
Gewonnene Schlachten, verlorener Krieg
Ben Ami sieht darin einen Wandel der Kriegsführung: Militärisch stärkere Staaten könnten ihre Ziele nicht mehr allein mit Waffengewalt erreichen. Iran habe nach seiner Einschätzung gezeigt, wie ein vermeintlich schwächeres Land in einem asymmetrischen Krieg bestehen könne.
Auch eine neue stabile Ordnung sei aus dem Krieg nicht entstanden, sagte der frühere israelische Botschafter in Spanien. Iran habe stark gelitten, bleibe aber eine wichtige Regionalmacht. Für die Zeit nach dem Krieg erwartet Ben Ami weiter Spannungen zwischen Europa und den USA sowie Reibungen zwischen Großmächten.
Kritik an Israels Reaktion auf Bedrohungen
In seinem mehr als einstündigen Vortrag sprach Ben Ami auch über Israels Umgang mit Bedrohungen. Das Land reagiere unverhältnismäßig, weil es jede Bedrohung als existenziell deute, sagte er. Die Hamas halte er für eine Bedrohung, nicht aber für eine existenzielle.
Als Beispiel nannte er den Gaza-Krieg nach den Angriffen der Hamas vom 7. Oktober 2023. Nach Darstellung der Quelle starben bei den Angriffen 1.200 Menschen auf israelischer Seite; die anschließende israelische Offensive forderte mehr als 70.000 Todesopfer im Gazastreifen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com