SEO/BirdLife fordert Jagdstopp während der Media Veda
SEO/BirdLife fordert während der Media Veda einen Jagdstopp für Vogelarten mit ungünstigem Erhaltungszustand. Die Organisation richtete den Appell am 18. August 2026 in Madrid in Spanien an die autonomen Gemeinschaften, die über Jagdregelungen entscheiden.
Nach Angaben von SEO/BirdLife betrifft dies unter anderem Wachtel, Turteltaube, Aaskrähe, Elster und Felsentaube. Die Jagd auf diese Arten werde während der Media Veda teils erlaubt, obwohl ihre Bestände nach Einschätzung der Organisation zurückgingen.
Wissenschaftliche Grundlage für Jagdregelungen
Die autonomen Gemeinschaften sind laut dem Bericht „Nachhaltige Jagdverwaltung und Schutz wildlebender Vögel in Spanien 2026“ für die nachhaltige Bewirtschaftung jagdbarer Arten zuständig. Ihre Entscheidungen müssten sich an der Vogelschutzrichtlinie, dem Gesetz 42/2007 und den jeweiligen Jagdvorschriften orientieren sowie die beste verfügbare wissenschaftliche Information berücksichtigen.
SEO/BirdLife verlangt, vor Jagdverordnungen den Erhaltungszustand jeder Art zu bewerten, die verwendeten Daten zu veröffentlichen und Abschüsse vollständig sowie überprüfbar zu erfassen. Bei nachgewiesenem Rückgang seien Schutzmaßnahmen und zeitlich begrenzte Jagdpausen nötig, bis sich die Bestände wieder erholt hätten.
Die Wachtel wird im Roten Buch der Vögel Spaniens als „gefährdet“, die Turteltaube als „vulnerabel“ geführt. SEO/BirdLife fordert für beide Arten zudem die Aufnahme in den spanischen Katalog bedrohter Arten.
Brände, Dürre und Hitze erhöhen laut Organisation den Druck
Die laufende Media Veda fällt nach Einschätzung von SEO/BirdLife mit hohen Temperaturen, anhaltender Dürre und Waldbränden in zahlreichen Teilen Spaniens zusammen. Dadurch seien Lebensräume beeinträchtigt worden, die Wildtiere zur Fortpflanzung, als Rückzugsraum und zur Nahrungssuche nutzten.
Die Organisation verweist auf die Möglichkeit, die Jagd an sogenannten Tagen der Notlage zu untersagen. Solche außergewöhnlichen Situationen können etwa bei Waldbränden, Hitzewellen oder Dürre auftreten, wenn Tiere schlechter fliehen können oder sich an bestimmten Orten konzentrieren.
SEO/BirdLife fordert deshalb, jede Jagdaktivität in von Bränden betroffenen Gebieten und angrenzenden Bereichen auszusetzen. Als Beispiel nennt die Organisation die Turteltaube: Nach einer Jagdpause über drei Saisons seien auf der westlichen Zugroute erstmals Anzeichen einer Bestandserholung festgestellt worden. Dauerhafte Maßnahmen zur Wiederherstellung von Lebensräumen ersetze eine zeitweise Jagdunterbrechung jedoch nicht.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com