40 Prozent für Junge: Jugendrat will Wohnungsquote
Eine Wohnung allein zu mieten, würde junge Menschen in Spanien im Schnitt 98,7 Prozent ihres Gehalts kosten. Der spanische Jugendrat fordert deshalb in einem am Donnerstag, 5. November, vorgestellten Papier, 40 Prozent der öffentlichen Wohnungen für junge Menschen zu reservieren. Außerdem will er das Wahlalter bei allen Wahlen auf 16 Jahre senken und 16-Jährige an Volksgesetzesinitiativen beteiligen.
Mehr öffentliche Wohnungen, günstigere Mieten
Nur 14,5 Prozent der jungen Menschen in Spanien leben laut den vom Jugendrat herangezogenen Daten von 2025 nicht mehr im Elternhaus. Der Rat sieht die Wohnungsfrage als eines der größten strukturellen Hindernisse für junge Menschen. Er fordert, den Bestand an öffentlichen Sozialwohnungen und bezahlbaren Wohnungen auf den europäischen Durchschnitt auszubauen. Der Schutz geförderter Wohnungen soll dauerhaft gelten.
In Gebieten mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt sollen Eingriffe dafür sorgen, dass Wohnkosten höchstens 30 Prozent des Einkommens ausmachen. Auch das Mietrecht soll Zimmer und Wohngemeinschaften berücksichtigen. Maklergebühren dürften nach dem Willen des Jugendrats nicht bei Mietern landen.
Kürzere Arbeitswoche und mehr Mitsprache
Zwei von drei jungen Menschen beginnen ihre Berufslaufbahn nach Angaben des Jugendrats in prekären Jobs. Er fordert eine Arbeitswoche mit 32 Stunden, einen höheren gesetzlichen Mindestlohn und dauerhaft keine Sozialabgaben für junge Selbstständige. Pflichtpraktika im Studium sollen bezahlt, freiwillige Zusatzpraktika abgeschafft werden.
Für die politische Mitsprache verweist der Rat auf eine eigene Untersuchung: 93 Prozent der 18- bis 24-Jährigen halten neue Beteiligungsmöglichkeiten für nötig. Der Rat will zudem prüfen lassen, wie sich geplante politische Maßnahmen auf junge Menschen auswirken. Auch kürzere Wartezeiten bei psychologischer Hilfe gehören zu seinen Forderungen.
Themen: Wohnen & Immobilien · Arbeitsmarkt
Quelle: Europa Press / Mallorca.com