Ceuta: 4.000 Kinder warten auf schnelle Verteilung
Mindestens 4.000 Kinder und Jugendliche ohne erwachsene Begleitung halten sich derzeit in Ceuta auf. Mehr als 2.000 von ihnen leben nach Angaben von Hilfsorganisationen auf der Straße. Viele seien noch nicht identifiziert und hätten keinen ausreichenden Zugang zu Essen, Wasser, Unterkunft und medizinischer Versorgung.
Kinderrechts- und Menschenrechtsorganisationen fordern die Autonomen Gemeinschaften Spaniens deshalb auf, sofort die nötigen Schritte für eine Verteilung der Minderjährigen aus Ceuta einzuleiten. Vorrang sollen Kinder und Jugendliche in besonders gefährdeten Situationen haben.
Gesundheit und Schutz in Gefahr
Seit mehr als anderthalb Monaten lebten die Minderjährigen unter diesen Bedingungen, warnen die Organisationen. Ihre körperliche und psychische Gesundheit werde dadurch schwer beeinträchtigt. Zudem drohten Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung.
Unter den Kindern und Jugendlichen seien möglicherweise auch Flüchtlinge. Die Organisationen nennen Mädchen, die in ihren Herkunftsländern geschlechtsspezifische Gewalt oder Zwangsheirat erlebt hätten, sowie Angehörige der LGBTIQ+-Gemeinschaft und Minderjährige mit dringendem medizinischem Bedarf. Einige Mädchen könnten seit ihrer Ankunft in Ceuta sexualisierte Gewalt erlebt haben.
Forderung nach sofortigen Transfers
Jeder Fall müsse individuell in einem sicheren Umfeld und durch spezialisierte Fachkräfte geprüft werden, verlangen die Organisationen. Die überlasteten Unterbringungsangebote des Schutzsystems erschwerten diese Prüfungen jedoch erheblich.
Die Hilfsorganisationen würdigen den Einsatz der Stadt Ceuta, verlangen aber außerordentliche Maßnahmen und sofortige Transfers in die Schutzsysteme der verschiedenen Autonomen Gemeinschaften. Rückführungen dürften nur nach einer individuellen Prüfung mit verstärkten Garantien, rechtlichem Beistand und Beteiligung der Staatsanwaltschaft erfolgen. Kollektive Zurückweisungen unbegleiteter Minderjähriger seien nach spanischem und internationalem Recht unzulässig.
Themen: Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com