Eltern fordern kühle Klassenräume und kostenlose Hefte
Bei Hitzewellen sollen Familien nicht länger Ventilatoren in die Schulen bringen müssen. Der spanische Elternverband CEAPA fordert Klimaanlagen und Anpassungen in den Schulen, kostenloses Lernmaterial und eine bessere digitale Bildung für künstliche Intelligenz.
Die Forderungen stellte CEAPA-Präsidentin María Sánchez Martín am Mittwoch in Madrid vor. Nach ihrer Einschätzung hängt die Bildung eines Kindes noch immer stark davon ab, wo es lebt: Es gebe große Unterschiede zwischen den autonomen Gemeinschaften, Gemeinden und sogar Schulen am selben Ort.
Klimaanlagen, Personal und kostenlose Materialien
Die Fortschritte bei der Klimatisierung der Schulen seien klar unzureichend, sagte Sánchez. CEAPA verlangt daher Pläne mit ausreichender Finanzierung, konkreten Fristen und technischen Kriterien für jede Region. Bei einer Hitzewelle sei es aus Sicht des Verbands keine vernünftige Antwort, Unterricht früher zu beenden, Zeiten zu ändern oder Familien um Ventilatoren zu bitten.
Zugleich kritisiert der Verband fehlende Mittel für inklusive Bildung. Familien berichteten von nicht besetzten Vertretungen, zu wenig Fachlehrkräften sowie fehlendem Personal und Unterstützung für Schüler mit besonderem Förderbedarf.
Auch die Kosten für Lernmaterial belasteten Familien weiterhin, obwohl die Pflichtschulzeit tatsächlich kostenlos sein sollte, so CEAPA. Der Verband verlangt außerdem eine tiefgreifende Überprüfung der Schulmensen: Zuschüsse sollen sich am tatsächlichen Preis orientieren und bei Bedarf auch die Sekundarstufe abdecken.
Keine Verbote für Bildschirme und künstliche Intelligenz
CEAPA warnt davor, auf Konflikte um Bildschirme, künstliche Intelligenz, Hassrede, Machismus, Rassismus und Polarisierung nur mit Verboten, Sanktionen oder Ausschlüssen zu reagieren. Nötig seien Prävention, digitale Bildung, Fortbildungen für Lehrkräfte und Familien sowie Beteiligungsmöglichkeiten für Schüler.
Sánchez widersprach damit auch der Idee, Bildschirme aus den Klassenräumen zu entfernen. Kinder lebten in einer Welt mit Bildschirmen, sagte sie. Ein Verbot von künstlicher Intelligenz an Schulen würde sie ebenfalls nicht verstehen. CEAPA fordert stattdessen einen verantwortungsvollen Einsatz und angepasste Lehrpläne.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com