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Klimawandel erwärmt Mittelmeer um rund zwei Grad Celsius

Der Klimawandel hat das Mittelmeer laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie von World Weather Attribution um rund zwei Grad Celsius erwärmt. Die Untersuchung, die am neunzehnten August zweitausendsechsundzwanzig aus Madrid gemeldet wurde, analysiert vier Küstenregionen von der keltischen Region bis zum Mittelmeer.

Archivo - Varios barcos fondeados en la cala de Porroig, a 25 de agosto, en Sant Josep de sa Talaia, Ibiza, Baleares (España).
Foto: Germán Lama – Europa Press

Auch in der Region um den Golf von Biskaya und die Iberische Halbinsel stellten die Forschenden eine Erwärmung von rund einem Komma vier Grad Celsius fest. In der keltischen Region lag sie bei rund einem Komma drei Grad Celsius. In allen untersuchten Gebieten übertraf die Erwärmung die globale Durchschnittsrate.

Marine Hitzewellen breiten sich aus

World Weather Attribution führt den größten Teil der beobachteten Erwärmung mithilfe von Klimamodellen auf den Klimawandel zurück. Im Mittelmeer ist die Erwärmungsrate demnach doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt.

Für das Jahr zweitausendsechsundzwanzig beziffert die Organisation den von marinen Hitzewellen betroffenen Anteil in der Region des Golfs von Biskaya und an der iberischen Küste auf neunzig Prozent. Im westlichen Mittelmeer waren es achtzig Prozent. Ohne Klimawandel wären in beiden Gebieten jeweils rund vierzig Prozent erwartet worden.

Im östlichen Mittelmeer würde der Anteil ohne Klimawandel laut Studie von siebzig auf neun Prozent sinken. In der keltischen Region läge er statt bei achtzig bei dreißig Prozent.

Risiken für Ökosysteme und Küstenorte

Extrem warmes Meerwasser kann nach Angaben von World Weather Attribution zu einem massenhaften Sterben von Korallen, Schwämmen und Makroalgen führen. Dadurch können sich Folgen entlang des gesamten Ökosystems ausbreiten und auch die Nahrungsversorgung von Seevögeln und Meeressäugern verändern.

Die Forschenden warnen zudem, dass die erwartete weitere Erwärmung die Anpassungsgrenzen vieler Meeresarten überschreiten könne. Sie sehen Risiken für wichtige Fischereien, darunter Kabeljau, Schellfisch, Makrele, Jakobsmuschel und Hummer.

Marine Hitzewellen können nach Einschätzung der Organisation auch Küstenorte an Land belasten, weil sie Nachttemperaturen und Luftfeuchtigkeit erhöhen. Warmes Wasser kann zudem extreme Luftfeuchtigkeit begünstigen, die später in der Saison zerstörerische Stürme auslösen kann.

Themen: Gerichtsprozesse · Politik · Pollença

Quelle: Europa Press / Mallorca.com