Mallorca deckt nur 15 Prozent seines Lebensmittelbedarfs
Auf Mallorca deckt die heimische Produktion nach Schätzungen eines Projekts nur 15 Prozent der Nachfrage nach Lebensmitteln. Die Initiative BielayTierra stellt ihre Ergebnisse am 30. Oktober 2026 vor. Sie warnt: Tourismusdruck und teurer werdende Agrarflächen gefährden die Landwirtschaft auf den Balearen.
Tourismus setzt Land und Wasser unter Druck
Für ihr Projekt „Pedaleando por la sostenibilidad, nuestra alimentación como motor de cambio“ reiste die Initiative über alle Baleareninseln. Im Jahr 2024 kamen nach ihren Angaben 18,7 Millionen Touristen auf die Inseln – bei rund 1,2 Millionen Einwohnern. Dieser Druck erschwere den Zugang zu Wasser, Boden und Energie.
Auch steigende Preise für Agrarflächen und deren Umwandlung für andere Nutzungen vergrößern laut dem Projekt die Abhängigkeit von Lebensmitteln aus anderen Regionen. Auf den Pityusen deckt die lokale Produktion demnach nur 3,9 Prozent der Nachfrage, auf Menorca rund 16 Prozent. Hohe Produktions- und Wohnkosten sowie fehlender Nachwuchs machen es den Betrieben zusätzlich schwer.
Initiativen suchen Wege für die Landwirtschaft
Auf ihrer Reise trafen die Projektverantwortlichen Menschen, die lokale Saatgutsorten erhalten, Landwirtschaft und Viehzucht verbinden oder Wasser gemeinschaftlich bewirtschaften. Auf Mallorca wollen agroökologische Initiativen die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung stärken.
Das Projekt fordert außerdem öffentliche Maßnahmen: Agrarflächen sollen geschützt und der Zugang zu Land und Wohnraum erleichtert werden. Lokale Lebensmittel sollen Märkte, Kantinen und Haushalte besser erreichen.
Themen: Landwirtschaft · Tourismus
Quelle: Europa Press / Mallorca.com