Mallorca: SIAU warnt vor Lehrerstellen nach Maß
Eine Lehrkraft bekommt eine Stelle – und könnte sie später wieder verlieren. Vor diesem Risiko warnt die Gewerkschaft SIAU am 13. Oktober in Palma auf Mallorca. Anlass ist ein geplanter Erlass der balearischen Bildungsbehörde, der die Auswahl von Lehrkräften und die Vergabe von Stellen an öffentlichen Schulen regeln soll.
Streit um Stellen nach Maß
SIAU wirft der Behörde vor, mit dem Entwurf eine Vergabe nach Gutdünken zu ermöglichen. Für manche Stellen könnten demnach so spezielle Anforderungen an Erfahrung oder Ausbildung gelten, dass sie auf einzelne Bewerber zugeschnitten wären. Die Gewerkschaft fordert dafür klare Grenzen.
Auch an einer weiteren Regelung stört sich SIAU: Die Behörde könnte eine Stelle streichen, wenn sich bestimmte Merkmale aus organisatorischen Gründen ändern. Aus Sicht der Gewerkschaft fehlen ausreichende Garantien für Lehrkräfte, die eine solche Stelle bereits erhalten haben.
Sieben Änderungsanträge eingereicht
SIAU kritisiert zudem unklare Definitionen der Stellenarten. Diese könnten sich auf die Dauer von Anstellungen, Vertretungen und die Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen auswirken. Außerdem lehnt die Gewerkschaft ab, dass Lehrkräfte für Philosophie künftig von Förderstellen für Sprache und Sozialwissenschaften ausgeschlossen sein sollen.
Die Gewerkschaft hat dem balearischen Schulrat sieben Änderungsanträge vorgelegt. Sie kritisiert auch, dass die Bildungsbehörde Entwürfe im Eilverfahren an den Schulrat gebe und damit die Zeit zur Prüfung verkürze. Falls ihre Forderungen unberücksichtigt bleiben und der Erlass in der jetzigen Fassung beschlossen wird, will SIAU ihn vor Gericht anfechten.
Themen: Arbeitsmarkt · Bildung
Quelle: Europa Press / Mallorca.com