mallorca-news

Mallorca: Streit um 79 neue Liegeplätze vor Can Picafort

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Vier schwimmende Stege mit 79 Liegeplätzen für leichte Segelboote könnten vor Can Picafort auf Mallorca ins Wasser kommen. Der Umweltverband GOB fordert am 8. Oktober, den Ausbau des Club Náutico de Can Picafort nicht zu genehmigen. Ihm fehlen ausreichende Informationen über die Lebensräume und Arten auf dem Meeresboden, auf dem ein Teil der Anlagen entstehen soll.

Vista aérea del proyecto de ampliación del Club Náutico de Can Picafort.
Europa Press

Was im flachen Wasser geplant ist

Neben den vier Stegen sieht das Projekt einen weiteren Steg für die Segelschule vor. Hinzu kommen rund 70 Schraubanker im Meeresboden, eine Kette aus verzinktem Stahl und neue Markierungen für den Bootsverkehr. Das Wasser ist dort nach Angaben des GOB etwa 0,7 bis 1,2 Meter tief.

Der Verband kritisiert auch, dass das Projekt als „demontierbar“ bezeichnet wird, obwohl es feste Bauten vorsieht. Dazu zählen etwa 140 Meter Weg sowie Gräben, Leitungen und Betonelemente. Ob die geplanten Anker die Umwelt schonen, lasse sich ohne genauere Untersuchung des Meeresbodens nicht beurteilen, argumentiert der GOB.

Badebereich und Genehmigung im Blick

Auch die Cala de s'Aigua Dolça beschäftigt den Verband. Ein Bericht der Küstenbehörde aus dem Jahr 2023 hielt laut GOB fest, dass der Bootsverkehr den theoretischen Badebereich der Bucht bereits verkleinert habe. Er sah eine Bojenlinie zur Trennung vom Fahrkanal vor. Der GOB verlangt deshalb, die Folgen des neuen Projekts nicht isoliert zu prüfen.

Zudem gehörte die für weitere Anlagen vorgesehene sogenannte Zona II laut GOB nicht zur ursprünglichen Konzession. Die Verwaltung hatte für ihre Entwicklung 2014 ein eigenes Verfahren verlangt; im März 2025 wurde die Zone dem Hafen zugeordnet. Der Verband fordert nun eine Klärung, welche Genehmigung die Nutzung der Fläche erlaubt.

Offen ist aus Sicht des GOB auch, ob Umweltstudien des Clubs Teil der Projektunterlagen sind. Der Club hatte solche Studien nach Angaben des Verbands erwähnt, doch der GOB konnte sie bei der öffentlichen Auslegung nicht einsehen. Falls sie relevante Informationen enthalten, fordert der Verband ihre Veröffentlichung und eine neue Frist für Einwände.

Themen: Meer & Küste · Politik · Santa Margalida

Quelle: Europa Press / Mallorca.com

Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen. Mehr erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung