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Balearen: Über 358.000 Menschen, kein Aufnahmemodell

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Wer sich auf den Balearen bei einer Gemeinde anmelden will, trifft je nach Ort auf andere Vorgaben. Darauf weist das Observatorio de Migraciones en el Mediterráneo der Universität der Balearen am Freitag, 2. Oktober, in Palma auf Mallorca hin. Das Migrationsobservatorium sieht Lücken bei der Betreuung von Menschen aus dem Ausland. Mehr als 358.000 Bewohner der Inselgruppe sind ausländischer Herkunft.

Archivo - Varias personas hacen cola en una oficina de atención al ciudadano, a 20 de abril de 2026, en Barcelona, Cataluña (España).
Europa Press

Die Forscherin Valentina Milano sagt, viele Fachkräfte und Organisationen leisteten gute Arbeit. Das Problem sei jedoch, dass ein festgelegtes Aufnahmemodell fehle.

Jede Gemeinde verlangt etwas anderes

Bei der Anmeldung des Wohnsitzes fehlen nach Angaben des Observatoriums balearenweit abgestimmte Anforderungen. Deshalb wenden die Gemeinden unterschiedliche Kriterien an. Die Anmeldung sei ein grundlegendes Recht und Voraussetzung für den Zugang zu einer Unterkunft und weiteren Leistungen.

Hinzu kommen zahlreiche Dokumente, die Behörden verlangen. Auch mangelnde Kenntnisse über Gesetze und Rechte erschweren die Betreuung – sowohl bei Zugewanderten als auch bei Behörden und Fachkräften. Das Observatorium vermisst zudem eine frühere Rechtsberatung zu Fragen rund um Minderjährige, die besonders kleinen Gemeinden bei rechtlichen Zweifeln half.

Fachkräfte suchen gemeinsam nach Lösungen

Milano warnt außerdem vor einer teils diskriminierenden Haltung gegenüber Menschen aus dem Ausland. Bürokratische Hürden erschwerten deren Einstieg in den Arbeitsmarkt, obwohl viele arbeiten wollten und Unternehmen Arbeitskräfte benötigten.

Bei einem Treffen auf dem Universitätscampus in Palma sammelten Fachkräfte und Forschende am Freitag Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit Zugewanderten. Das Observatorium will damit konkrete Probleme erkennen und prüfen, ob die Verwaltung Lösungen anbieten kann. Nach einem ersten Treffen am 15. Mai auf Menorca ist die letzte Veranstaltung der Reihe für den 23. Oktober in Eivissa geplant.

Themen: Migration · Soziales · Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com

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