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Palma: Gefängnisbeamte boykottieren Merced-Feier

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Bei den Feiern zur Merced am Donnerstag bleiben Vertreter der Gewerkschaft CSIF in Palma fern. Auch an den Veranstaltungen der Gefängnisverwaltung in den übrigen Haftanstalten Spaniens will die Gewerkschaft nicht teilnehmen. Sie protestiert gegen den nach eigenen Angaben bestehenden „Vergessenheitszustand und die Schutzlosigkeit“ der Beschäftigten.

Archivo - Trabajos de tapiado en la antigua prisión de Palma tras el desalojo
Europa Press

CSIF nennt zunehmende Angriffe, fehlendes Personal und zu wenig Fortbildung als Gründe. Zudem beklagt die Gewerkschaft Probleme bei Arbeitszeiten und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

CSIF beklagt Angriffe und fehlenden Schutz

Nach Angaben von CSIF kamen in Spanien seit 2024 6.200 neue Insassen hinzu. Jährlich gebe es mehr als 500 Angriffe auf Beschäftigte in Gefängnissen – rechnerisch einen Angriff alle 18 bis 20 Stunden.

Die Gewerkschaft kritisiert außerdem, Beleidigungen, Verleumdungen und Demütigungen durch bestimmte Personen und Gruppen würden nicht öffentlich genug angeprangert. Es fehle zudem an klarer Unterstützung gegenüber Medien und Gerichten, um Ehre und Professionalität der Beschäftigten zu schützen.

Mehr Schutz nach Gesetzesreform geplant

CSIF verweist auf Gespräche mit Parlamentsgruppen, vor allem mit PSOE und PP. Dadurch sei die Regelung zum Status als Amtsträger im Kongress vorangekommen. Am 30. soll der Senat die Regelung voraussichtlich endgültig verabschieden.

Greift die Reform, drohen Gefangenen bei einem Angriff auf einen Gefängnisbeamten zusätzlich bis zu vier Jahre Haft. Vorgesehen sind laut CSIF auch Verbesserungen beim Schutz am Arbeitsplatz, bei finanziellen Ausgleichen, Fortbildungen und der Rechtssicherheit. Die Gewerkschaft wertet dies als historischen Erfolg – trotz der aus ihrer Sicht wachsenden Gewalt und Unsicherheit in den Haftanstalten.

Themen: Arbeitsmarkt · Politik · Palma

Quelle: Europa Press / Mallorca.com