66 Messerstiche in Can Pastilla: Angeklagter vor Gericht
Eine Frau stirbt in Can Pastilla auf Mallorca nach bis zu 66 Messerstichen. Ihre zweijährige Tochter wird bei einem anschließenden Autounfall leicht verletzt. Am Freitag, 2. Oktober 2026, beginnt in Palma der Prozess gegen den damaligen Partner der Frau. Die Tat geschah am 10. Dezember 2024.
Ermittler berichtet von Video und Drohungen
Ein leitender Ermittler der Nationalpolizei sagt vor Gericht, er habe in 16 Dienstjahren keine vergleichbare Brutalität erlebt. Die Ermittler fanden ein Video in sozialen Netzwerken: Es zeigt den Angeklagten in Nahaufnahme, unterlegt mit einem Lied, das der Polizist als bedrohlich und aufschlussreich bewertet.
Nach Angaben des Ermittlers schilderten Menschen aus dem Umfeld der Frau, der Angeklagte habe sie unter Kontrolle gehalten und ständig bedroht. Aus diesen Aussagen gehe auch hervor, dass die Frau zur Prostitution gezwungen wurde. Wer sie dazu zwang, benennt der Ermittler nicht.
Armband bleibt zu Hause, Warnung bleibt aus
Gegen den Mann galt bereits ein Kontaktverbot und eine Anordnung, mehr als 500 Meter Abstand zur Frau zu halten. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft überredete er sie dennoch mit Anrufen und Nachrichten zu einem Treffen. Er bat sie, ihr elektronisches Kontrollarmband zu Hause zu lassen. Deshalb löste das Überwachungssystem laut Ermittler keinen Alarm aus.
Nach dem Abholen der Tochter zog der Mann laut Anklage während der Fahrt ein Messer und stach bis zu 66-mal auf die Frau ein. Sie starb wenige Minuten später. Der Wagen kollidierte nach mehreren Verkehrsunfällen mit einem anderen Auto. Die Lokalpolizei von Palma nahm den Mann kurz darauf in einem Park fest. Laut Ermittler sagte er den Beamten dort, er habe seine Partnerin getötet.
Mehr zum Thema: Verkehrslage auf Mallorca
Themen: Gerichtsprozesse · Polizei · Verkehrsunfälle · Verkehr · Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com