Eine Monatsmiete extra: OCU zeigt Engel & Völkers an
Wer sich über Engel & Völkers um eine Mietwohnung bewirbt, soll nach Angaben der Verbraucherorganisation OCU eine Monatsmiete plus Mehrwertsteuer als Gebühr zahlen. Die Organización de Consumidores y Usuarios (OCU) hat deshalb Beschwerde gegen das Immobilienunternehmen eingereicht. Das teilte sie am 13. Oktober in Madrid mit.
Streit um die Gebühr
Die Gebühr steht laut OCU in einem Vertrag namens „Encargo de Prestación de Servicios“. Darin geht es unter anderem um Wohnungsbesichtigungen, die Prüfung von Unterlagen und Verhandlungen über den Mietvertrag. Nach Auffassung der OCU sind das übliche Maklerleistungen. Das spanische Mietgesetz schreibt nach ihren Angaben vor, dass der Vermieter die Kosten für die Immobilienvermittlung und den Vertragsabschluss trägt.
Die OCU hält die Zahlung nicht für freiwillig: Ohne sie werde die Bewerbung dem Vermieter nicht vorgelegt. Der Vertrag sehe eine Zahlung auch dann vor, wenn Mietinteressenten ihr Angebot zurückziehen oder ändern. Engel & Völkers bezeichne die Leistungen im Vertrag ausdrücklich nicht als Immobilienvermittlung oder Vertragsabschluss. Für die OCU ändert diese Formulierung nichts an der Art der Leistungen.
OCU fordert Untersuchung
Die Verbraucherorganisation hat sich an das spanische Ministerium für soziale Rechte, Verbraucherschutz und Agenda 2030 gewandt. Sie fordert eine Untersuchung und ein sofortiges Ende solcher Gebühren für Mieter. Falls sich Verstöße bestätigen, verlangt sie Sanktionen. Nach Angaben der OCU nutzt Engel & Völkers das Vertragsmodell an mehreren Standorten. Deshalb sieht sie mögliche Folgen für Verbraucher in verschiedenen autonomen Gemeinschaften Spaniens.
Themen: Wohnen & Immobilien
Quelle: Europa Press / Mallorca.com