Madrid: Hunderte fordern unbefristete Mietverträge
Hunderte Menschen demonstrieren am Montag auf der Puerta del Sol in Madrid für besseren Schutz von Mietern. Die Organisation Sindicato de Inquilinas fordert unbefristete Mietverträge und kündigt weitere Proteste an. Daran würde sich nach ihren Angaben wohl auch dann nichts ändern, wenn Spaniens Ministerrat am Dienstag ein Dekret mit einigen ihrer Forderungen beschließt.
Die Organisation verlangt das sogenannte Maricarmen-Dekret. Ihren Entwurf hatte sie gemeinsam mit anderen Wohnungsinitiativen im vergangenen Oktober an die Regierung geschickt. Ein Dekret, das hinter ihren Forderungen zurückbleibt, will sie nicht akzeptieren.
Unbefristete Verträge sind die rote Linie
Bei sinkenden Mietpreisen könne die Organisation Zugeständnisse machen, sagte Sprecherin Rufina Parra. Unbefristete Verträge müssten aber Teil der Regelung sein. Ohne sie drohten aus Sicht der Organisation weiterhin Zwangsräumungen und Missbrauch durch nachteilige Verträge und Klauseln.
Sollte die Regierung ihre Forderungen nicht aufgreifen, werde der Protest erst recht weitergehen, sagte Parra. Zugleich betonte sie, dass die Organisation keine Enteignung von Wohnungen verlange.
Kritik an Regierung und Parteien
Parra warf der spanischen Regierung vor, den Entwurf seit fast einem Jahr liegen zu lassen. Auch die konservative Partido Popular kritisierte sie: Die Partei regiert die Stadt und die Region Madrid und habe aus ihrer Sicht nichts unternommen. Als weitere Verantwortliche nannte Parra Investoren, große Wohnungseigentümer und die Behörden.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com