Spanien: Mieterschutz erschwert laut Verband Wohnungssuche
Für Wohnungssuchende in Spanien könnten die Hürden beim Mieten steigen. Davor warnt der Immobilienverband Fadei am Donnerstag, dem 1. Oktober, in Madrid. Die vom Ministerrat beschlossenen Wohnungsdekrete könnten nach Ansicht des Verbands einen Mietmarkt mit zwei Geschwindigkeiten schaffen: mehr Schutz für Menschen mit laufendem Vertrag, strengere Anforderungen für alle, die noch eine Wohnung suchen.
Wer laut Verband schlechtere Chancen hat
Besonders junge Menschen, Familien mit Kindern, Selbstständige und Beschäftigte mit unregelmäßigem Einkommen könnten es laut Fadei schwerer haben. Vermieter könnten von ihnen mehr Sicherheiten verlangen, weil sie befürchten, ihre Wohnungen später nicht zurückzubekommen.
Der Verband erwartet zudem, dass Vermieter Wohnungen eher leer stehen lassen oder verkaufen. Für die verbleibenden Mietwohnungen könnten strengere Voraussetzungen gelten. Fadei betont: Entscheidend sei nicht nur, wie viele Wohnungen vom Mietmarkt verschwinden, sondern auch, wer die übrigen noch mieten kann.
Fadei fordert staatliche Absicherung
Als Gegenmittel schlägt der Verband eine öffentliche Mietbürgschaft vor. Sie soll an den Mieter gebunden sein, während der gesamten Vertragsdauer gelten und mögliche Zahlungsausfälle abdecken. Zusätzlich fordert Fadei steuerliche Anreize für Vermieter bezahlbarer Wohnungen und besondere staatliche Absicherungen für junge und finanziell verletzliche Haushalte.
Außerdem verlangt der Verband einen staatlichen Wohnungspakt und die Nutzung öffentlicher Grundstücke für den Wohnungsbau. Eine schnelle gerichtliche Möglichkeit für Vermieter, ihre Wohnung bei Bedarf zurückzubekommen, gehört ebenfalls zu seinen Vorschlägen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com