Mietportale im Visier: Preisregeln werden geprüft
Große Mietportale stehen unter Untersuchung: Die Behörden wollen kontrollieren, ob Anzeigen in Gebieten mit Schwierigkeiten die Preisregeln und Vorgaben für Mietverträge einhalten. Das kündigte Andrés Barragán, Generalsekretär für Verbraucherschutz und Glücksspiel, am Freitag in Madrid an.
Die Kontrollen setzen die Arbeit zur Überwachung des Mietmarkts fort. Grundlage ist das Gesetz 12/2023. Welche Portale betroffen sind und welche Gebiete konkret geprüft werden, sagte Barragán nicht.
Bereits Millionenstrafe gegen Immobilienagentur
Nach Angaben Barragáns verhängten die Behörden bereits eine Strafe von 3,6 Millionen Euro gegen eine Immobilienagentur. Gegen zwei weitere Agenturen laufen Verfahren.
Auch Airbnb nannte er als Beispiel: Fast 66.000 als illegal eingestufte Anzeigen wurden entfernt, zudem gab es eine Strafe von 64 Millionen Euro. Den Anzeigen fehlte laut Barragán die Lizenznummer. In vielen Fällen hätten sich professionelle Anbieter als private Gastgeber dargestellt.
Kritik an dynamischen Preisen und versteckten Kosten
Barragán warnte außerdem vor sogenannten dynamischen Preisen. Er sieht Risiken durch „Dark Patterns“, also verdeckte Gestaltungsmuster, und durch zusätzliche versteckte Gebühren, die den Endpreis erhöhen.
Die Aufsicht solle deshalb nicht nur Angebote selbst prüfen, sondern auch Algorithmen, Benutzeroberflächen und mögliche Verstöße. Dieser Ansatz habe zu mehr als 50 Sanktionen mit einem Gesamtvolumen von 250 Millionen Euro geführt.
Als Beispiel für Preissteigerungen in einer Ausnahmelage verwies Barragán auf den Stromausfall im vergangenen Jahr. Beim Transport auf Abruf seien Preise teils um mehr als 300 Prozent gestiegen. Die Regierung wolle deshalb erneut ein Dekret vorlegen, das Preiserhöhungen in Notlagen regelt. Ein vorheriger Entwurf war mit fünf Stimmen aufgehoben worden.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com