Spanien: Mietwohnungen fehlen – Guindos will Kurswechsel
Wer in Spanien eine Mietwohnung sucht, trifft auf einen Markt, in dem die Nachfrage schneller wächst als das Angebot. Darauf wies Luis de Guindos am 6. Oktober beim Nationalkongress der Familienunternehmen in Madrid hin. Der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank fordert eine Wohnungspolitik, bei der Zentralregierung, autonome Gemeinschaften und Kommunen zusammenarbeiten.
Nachfrage wächst, Angebot hält nicht mit
De Guindos führt die höhere Nachfrage vor allem auf das Bevölkerungswachstum zurück. Besonders betroffen sei der Mietmarkt: Mietwohnungen machten in Spanien 20 Prozent des Wohnungsbestands aus, im Euroraum seien es 30 Prozent.
Die mit der Einwanderung verbundene Bevölkerungszunahme habe die Nachfrage nach Wohnraum erhöht. Zugleich bezeichnete de Guindos Einwanderung angesichts der demografischen Lage in Spanien und Europa als notwendig. Ihre Wirkung auf Wirtschaftsleistung und Beschäftigung sei eindeutig positiv. Sie habe aber auch Folgen für Wohnraum und öffentliche Dienste wie Gesundheit und Bildung.
Mehr Produktivität statt Wachstum durch mehr Einwohner
Nach de Guindos’ Darstellung gingen zwei Drittel des spanischen Wirtschaftswachstums auf die mit der Einwanderung verbundene Bevölkerungszunahme zurück. Der Rest komme aus höherer Produktivität. Obwohl Spaniens Wirtschaft deutlich stärker wachse als der Durchschnitt des Euroraums, fordert er einen Kurswechsel hin zu mehr Produktivität.
Dafür brauche es mittelfristige Maßnahmen, die im Land mitgetragen und abgestimmt würden. De Guindos nannte außerdem verlässliche Regeln für Bürger und Unternehmen, stabile Institutionen und eine Haushaltspolitik, die auf tragfähige öffentliche Finanzen zielt.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com