Kanaren: Ärzte fordern dauerhafte Hilfe für Migranten
Nach der ersten Untersuchung können Migranten auf den Kanaren weiter medizinische Hilfe brauchen – auch wenn sie die Erstaufnahme verlassen. Am Donnerstag, 5. November 2026, fordert die Spanische Gesellschaft für Familien- und Gemeindemedizin (semFYC) deshalb eine dauerhafte, koordinierte Versorgung. Die Menschen sollen nach der ersten Hilfe Zugang zum regulären Gesundheitssystem bekommen.
Die erste Untersuchung reicht nicht
Die Forderung kommt von einem Kongress der Fachgesellschaft in Las Palmas de Gran Canaria auf den Kanaren. Nach Angaben der Ärzte müssen Fachkräfte jeden Patienten einzeln untersuchen – mit Blick auf die körperliche und die psychische Gesundheit. Die Herkunft oder der Aufenthaltsstatus dürften dabei keine Diagnose ersetzen.
Ankünfte können sich auf kurze Zeiträume konzentrieren und zusätzliche medizinische Ressourcen erfordern. Die Fachgesellschaft verweist auf die letzte Oktoberwoche, in der besonders auf El Hierro Menschen ankamen. Wie stark das die Versorgung belastet, hängt laut den Ärzten auch vom Gesundheitszustand der Ankommenden und den verfügbaren Ressourcen auf der jeweiligen Insel ab.
Behandlung muss nach der Erstaufnahme weitergehen
Wer die Erstaufnahme verlässt oder die Unterkunft wechselt, kann weiterhin Behandlungen und Nachsorge benötigen. Gustavo Moreno, Präsident der Kanarischen Gesellschaft für Familien- und Gemeindemedizin, fordert deshalb einen verlässlichen Zugang zur hausärztlichen Versorgung.
Damit Behandlungen nicht abbrechen, sollen medizinische Teams wichtige Informationen austauschen und Überweisungen abstimmen können. Moreno nennt außerdem Dolmetscher, interkulturelle Vermittlung sowie Zeit und Fortbildung für die Betreuung der Patienten.
Themen: Migration · Gesundheit
Quelle: Europa Press / Mallorca.com