226 Minderjährige: Galmés fordert Hilfe für Mallorca
Seit Jahresbeginn sind 226 minderjährige Migranten ohne familiäre Bezugsperson auf Mallorca angekommen. Consell-Präsident Llorenç Galmés fordert von Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez dringend konkrete Maßnahmen gegen die nach seiner Darstellung beispiellose Migrationskrise auf der Insel. In einem Brief verlangt er zudem Informationen über Beschlüsse des geplanten Treffens zwischen Spanien und Algerien im Oktober.
Galmés fordert mehr Zusammenarbeit mit Algerien, um die Ausreise irregulärer Migranten nach Mallorca bereits in den Herkunftsgebieten zu verhindern. Bei unbegleiteten Minderjährigen soll die Zusammenarbeit mit algerischen Behörden helfen, Familien zu identifizieren. Wenn Familien die Kinder aufnehmen können, seien Familienzusammenführung und Rückkehr unter allen rechtlichen Garantien vorrangig, heißt es in dem Schreiben.
Heime laut Consell massiv überfüllt
Die Ankünfte erhöhen nach Angaben des Consell den Druck auf das Schutzsystem für Minderjährige. Die Einrichtungen seien mit 1.000 % überbelegt. Die Daten folgten dem Trend aus dem Jahr 2025, in den vergangenen Wochen habe sich die Zahl der Ankünfte weiter beschleunigt.
Galmés erinnert daran, dass der Consell am 29. Oktober 2025 bereits Rückkehrverfahren für Minderjährige in Obhut des Mallorquinischen Instituts für Soziales beantragt habe. Zudem habe die Inselregierung Auskunft über Berichte zu den familiären Umständen verlangt. Eine Antwort der Zentralregierung sei ausgeblieben.
Forderung nach Frontex an der Küste
Nach Darstellung von Galmés hat die Zahl der irregulär auf den Balearen ankommenden Menschen erstmals die Zahl auf den Kanaren übertroffen. Die Route aus Algerien zu den Balearen wachse europaweit am stärksten und sei zugleich die tödlichste, erklärte er.
Deshalb soll die Zentralregierung bei der Europäischen Kommission den Einsatz der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache, Frontex, an der Küste der Balearen beantragen. Das solle Schleuserbanden bekämpfen und verhindern, dass weitere Menschen bei der Überfahrt ihr Leben riskieren.
Auch zurückgelassene Pateras, kleine Boote für die Überfahrt, belasten nach Angaben des Consell die Gemeinden auf Mallorca. Acht Boote warten derzeit auf ihre Beseitigung durch die Regierungsvertretung. Sie können zur Umweltgefahr werden, wenn sie stranden oder Treibstoff austritt.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com