Mittelmeer: Wirbel haben im Winter 50 Prozent mehr Energie
Kleine Meereswirbel im Mittelmeer haben im Winter rund 50 Prozent mehr kinetische Energie als an ihrem sommerlichen Tiefpunkt. Das zeigt eine am Donnerstag, 15. Oktober 2026, veröffentlichte Studie des Instituto Mediterráneo de Estudios Avanzados (Imedea), an der auch das Küstenbeobachtungssystem der Balearen (Socib) beteiligt ist. Die Forscher erkennen darin einen jahreszeitlichen Wechsel, der bei früheren Satellitenmessungen unbemerkt blieb.
Satellit macht kleine Wirbel sichtbar
Für die Studie wertete das Team mehr als drei Jahre Beobachtungen des Satelliten Surface Water and Ocean Topography (SWOT) aus. Die NASA und die französische Raumfahrtagentur CNES haben ihn entwickelt. Seine Daten zeigen Strömungen und Wirbel, die nur einige Dutzend Kilometer groß sind.
Die Forscher untersuchten Strukturen ab etwa 20 Kilometern. Besonders bei Wirbeln zwischen 20 und 60 Kilometern steigt die gemessene Energie im Winter. Im Sommer nimmt die Aktivität wieder ab.
Frühere Messungen unterschätzten die Energie
SWOT erfasst bei den Wirbeln und Oberflächenströmungen etwa 1,8-mal so viel kinetische Energie wie herkömmliche Satellitenprodukte. Diese sogenannte Altimetrie misst die Höhe des Meeres. Der deutliche Unterschied zeigt, wie viel der kleinräumigen Bewegung bisher verborgen blieb.
Nach Angaben der Autoren transportieren solche Strukturen Wärme, Energie und Materialien im Meer. Sie halten die Ergebnisse für besonders wichtig, weil sich das Mittelmeer schneller erwärmt als der globale Ozean. Wer seine Vorgänge genau beschreiben will, muss nach ihrer Einschätzung auch die kleinen Wirbel erfassen.
Themen: Meer & Küste
Quelle: Europa Press / Mallorca.com