Mobbing an Schulen: Jedes zweite Opfer schweigt
Die Hälfte der Kinder, die Mobbing in der Schule erleben, erzählt weder Eltern noch Freunden, Mitschülern oder Lehrkräften davon. Darauf weist der Kinderpsychiater Celso Arango am 28. September 2026 in Madrid in Spanien hin. Er fordert, Schulen stärker in die frühe Erkennung psychischer Probleme einzubeziehen und enger mit dem Gesundheitswesen zu verbinden.
Kinder mit Förderbedarf sind stärker gefährdet
Eine Studie in der Autonomen Gemeinschaft Madrid untersuchte 1.608 Schüler mit besonderem Förderbedarf aufgrund von Entwicklungsstörungen. Ihr Risiko, Mobbing zu erleben, war fast sechsmal so hoch wie das ihrer Mitschüler. Besonders groß war es bei Schwierigkeiten mit Sprache oder sozialer Kommunikation. Bei bestimmten Diagnosen, darunter Autismus-Spektrum-Störungen, lag das Risiko laut Arango fast neunmal so hoch.
Ein Schulprogramm zeigt Wirkung
Das Programm LINKlusive lief an 20 Schulen und wurde mit Tausenden Schülern ausgewertet. Bei Grundschulkindern mit besonderem Förderbedarf, die an der Maßnahme teilnahmen, ging die Betroffenheit durch Mobbing um 45,6 Prozent zurück. In der Vergleichsgruppe gab es keinen Rückgang. Arango mahnt, das Ergebnis vorsichtig zu bewerten: Die Wirkung hänge vom Alter der Kinder ab.
Schulen könnten nach seinen Worten Probleme früher erkennen, Lehrkräfte und Familien unterstützen und betroffene Kinder schneller mit medizinischem Fachpersonal in Kontakt bringen. Dafür will er die Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Gesundheitswesen ausbauen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com