mallorca-news

Mobbing an Schulen: Jedes zweite Opfer schweigt

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Die Hälfte der Kinder, die Mobbing in der Schule erleben, erzählt weder Eltern noch Freunden, Mitschülern oder Lehrkräften davon. Darauf weist der Kinderpsychiater Celso Arango am 28. September 2026 in Madrid in Spanien hin. Er fordert, Schulen stärker in die frühe Erkennung psychischer Probleme einzubeziehen und enger mit dem Gesundheitswesen zu verbinden.

Archivo - Un grupo de niños corren en el patio del colegio, en el colegio Blanca de Castilla, a 10 de febrero de 2022, en Madrid (España). La eliminación de la obligatoriedad de llevar mascarilla en exteriores, entra en vigor hoy. Además, se elimina la ma
Europa Press

Kinder mit Förderbedarf sind stärker gefährdet

Eine Studie in der Autonomen Gemeinschaft Madrid untersuchte 1.608 Schüler mit besonderem Förderbedarf aufgrund von Entwicklungsstörungen. Ihr Risiko, Mobbing zu erleben, war fast sechsmal so hoch wie das ihrer Mitschüler. Besonders groß war es bei Schwierigkeiten mit Sprache oder sozialer Kommunikation. Bei bestimmten Diagnosen, darunter Autismus-Spektrum-Störungen, lag das Risiko laut Arango fast neunmal so hoch.

Ein Schulprogramm zeigt Wirkung

Das Programm LINKlusive lief an 20 Schulen und wurde mit Tausenden Schülern ausgewertet. Bei Grundschulkindern mit besonderem Förderbedarf, die an der Maßnahme teilnahmen, ging die Betroffenheit durch Mobbing um 45,6 Prozent zurück. In der Vergleichsgruppe gab es keinen Rückgang. Arango mahnt, das Ergebnis vorsichtig zu bewerten: Die Wirkung hänge vom Alter der Kinder ab.

Schulen könnten nach seinen Worten Probleme früher erkennen, Lehrkräfte und Familien unterstützen und betroffene Kinder schneller mit medizinischem Fachpersonal in Kontakt bringen. Dafür will er die Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Gesundheitswesen ausbauen.

Themen: Bildung · Soziales · Gesundheit · Kultur

Quelle: Europa Press / Mallorca.com