Nierensteine: US-Verband empfiehlt zwei UIB-Stoffe
Zwei Stoffe aus der Nierenstein-Forschung auf Mallorca stehen erstmals in den Empfehlungen eines US-Fachverbands. Die Amerikanische Urologenvereinigung hat Phytate und Theobromin in ihre neue Leitlinie zum Umgang mit Nierensteinen aufgenommen. Am Donnerstag, 1. Oktober, sprach Félix Grases, Leiter der Nierenstein-Forschung an der Universität der Balearen (UIB), in Palma über die Entscheidung. Dass der Verband die an der UIB patentierten Stoffe berücksichtigt, sei „wenig üblich“, sagte er.
Zwei Stoffe gegen die Bildung von Nierensteinen
Phytate kommen natürlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Nach Angaben der Universität hemmen sie die Kristallisation von Kalziumsalzen – einen wichtigen Schritt bei der Bildung von Nierensteinen. Die UIB untersucht den Stoff seit den 1990er-Jahren. Auf Versuche im Labor und an Ratten folgten Untersuchungen am Menschen, laut Grases jeweils mit guten Ergebnissen.
Theobromin steckt von Natur aus in Kakao. Es kann nach Angaben der Universität die Kristallisation von Harnsäure hemmen, die Harnsäuresteine verursacht. Die Forschung dazu begann ebenfalls in den 1990er-Jahren. Erste Ergebnisse waren laut der Forscherin Antonia Acosta nicht positiv. 2007 stieß das Team auf den Stoff aus Kakao und erzielte anschließend günstigere Ergebnisse.
Was die US-Empfehlung bedeutet
Die Leitlinie dient Fachleuten als Orientierung für Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Nierensteinen. Nach Angaben der UIB beeinflussen die Empfehlungen des US-Verbands auch medizinische Leitlinien und Abläufe anderer Fachgesellschaften und Einrichtungen. Die Universität sieht darin eine Chance, ihre Forschung zur Vorbeugung von Nierensteinen zu medizinischen Fachkräften und Patienten zu bringen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com