Mallorcas Öko-Bauern fordern mehr Schutz für Ackerland
Sechs Übernachtungsplätze pro Hof bleiben die Obergrenze – bei bestimmten Gebäuden lässt ein neuer Gesetzentwurf aber bis zu 20 Prozent mehr Bauvolumen zu. Der mallorquinische Verband für ökologischen Landbau Apaema sieht im Entwurf für das Agrargesetz Fortschritte, fordert am 3. Oktober 2026 jedoch mehr Schutz für Ackerland und Öko-Produktion. Die balearische Regierung hat den Entwurf bereits gebilligt; nun steht die Beratung im Parlament an.
Sechs Plätze pro Hof, mehr Volumen für Gebäude
Die Obergrenze für Übernachtungen auf einem Hof liegt im Entwurf bei sechs Plätzen statt der zunächst vorgesehenen zehn. Zugleich können bestimmte Gebäude für ergänzende Tätigkeiten ihr Volumen um bis zu 20 Prozent vergrößern. Ihre Grundfläche und die zulässige Bebaubarkeit dürfen dabei nicht steigen.
Apaema verlangt eine weitere Grenze: Ergänzende Tätigkeiten sollen höchstens 30 Prozent der Einnahmen oder des Gesamtertrags eines Hofs ausmachen. Positiv bewertet der Verband, dass der Entwurf gemeinschaftliche Verarbeitungsstätten für kleine Betriebe erwähnt und Erleichterungen bei Hygienevorgaben für die Verarbeitung in kleinem Maßstab vorsieht – unter Wahrung des Gesundheitsschutzes.
Öko-Landbau: Apaema vermisst klare Zusagen
Der Entwurf greift den Umgang mit Saatgut lokaler Sorten sowie die Förderung von Fruchtwechsel, Bestäubern und Bodenfruchtbarkeit auf. Eine ausdrückliche Anerkennung der besonderen strategischen Bedeutung des Öko-Landbaus fehlt Apaema dagegen. Der Verband fordert konkrete Unterstützung und will, dass öffentlich eingekaufte Öko-Produkte zugleich aus der Region stammen. Auch ein Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen vermisst er.
Bei bestimmten neuen Wohnhäusern auf ländlichem Grund verlangt der Entwurf für 15 Jahre eine landwirtschaftliche Gegenleistung. Apaema nennt das eine Verbesserung, hätte sich aber weitergehende Regeln gewünscht. Nicht übernommen wurde seine Forderung, 50 Prozent der jährlichen Einnahmen aus der Steuer für nachhaltigen Tourismus für Umweltleistungen der Landwirtschaft vorzusehen. Der Verband setzt nun auf Änderungen während der parlamentarischen Beratung.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com