Ozeane: Greenpeace sieht 30-Prozent-Schutz erst 2291
Nur 3,5 Prozent der Ozeane sind vollständig oder stark geschützt. Greenpeace warnt am 19. Oktober: Beim derzeitigen Tempo erreicht die Welt das Ziel von 30 Prozent erst im Jahr 2291. Im Atlantik fordert die Umweltorganisation deshalb elf neue Schutzgebiete auf hoher See, also in internationalen Gewässern.
Warum Greenpeace vor der langen Frist warnt
Bis zum 30-Prozent-Ziel fehlen nach Angaben von Greenpeace noch 26,5 Prozentpunkte. Die Organisation fordert für vollständig oder stark geschützte Gebiete ein Verbot aller Aktivitäten, die dem Meer Ressourcen entnehmen – auch der industriellen Fischerei. Allein 2025 verbrachten Fischereischiffe laut Greenpeace 1,6 Millionen Stunden mit dem Fischfang auf hoher See im Atlantik.
Der Bericht beschreibt zudem Risiken für wandernde Meerestiere: 80,7 Prozent des Lebensraums der Lederschildkröte, in dem sie durch Langleinenfischerei als Beifang gefährdet ist, liegen außerhalb bestehender oder derzeit geprüfter Schutzgebiete. Wichtige Wanderrouten von Buckelwalen seien weiterhin nicht vor Kollisionen mit Handelsschiffen geschützt.
Elf Schutzgebiete für den Atlantik
Greenpeace schlägt ein Netz aus elf neuen Schutzgebieten vor. Damit könnten nach Berechnung der Organisation mehr als 31 Prozent des Atlantiks geschützt werden. Weltweit würde der Anteil vollständig oder stark geschützter Meeresflächen von derzeit 3,5 auf etwa 7,5 Prozent steigen.
Acht der vorgeschlagenen Gebiete gelten bereits als Meeresgebiete von ökologischer oder biologischer Bedeutung. Greenpeace fordert die Staaten auf, bestehende Schutzgebiete besser zu schützen, neue Gebiete miteinander zu verbinden und grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Ziel ist ein Schutznetz, das bis 2030 mindestens 30 Prozent des Atlantiks umfasst.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com