Palma: Son Llàtzer hilft nach schwerer Baby-Diagnose
Schon in der Schwangerschaft erfahren manche Familien, dass das Leben ihres Kindes bedroht ist. Das Universitätskrankenhaus Son Llàtzer in Palma auf Mallorca hat eine Leitlinie zur Palliativversorgung rund um die Geburt erarbeitet, wie das Gesundheitsressort der Balearen am 3. November mitteilte. Sie soll Familien nach einer solchen Diagnose begleiten – auch wenn ihr Kind während der Schwangerschaft oder nach der Geburt stirbt.
Eltern entscheiden mit
Fachleute aus Geburtshilfe, Neugeborenenmedizin, Hebammenwesen und Pflege stimmen sich dafür mit der pädiatrischen Palliativeinheit der Balearen ab. Gemeinsam mit den Familien erstellen sie einen individuellen Betreuungsplan. Darin halten sie Wünsche zur Geburt sowie zu medizinischen Maßnahmen und zur Versorgung von Mutter und Kind fest. Der Plan kommt in die Patientenakte, damit alle Beteiligten die Entscheidungen kennen.
Nähe und Erinnerungen
Das Krankenhaus sieht Räume vor, in denen Familien ungestört bei ihrem Kind bleiben und sich an seiner Pflege beteiligen können. Braucht ein Neugeborenes palliative Betreuung, stehen die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden sowie der Kontakt zur Familie im Vordergrund. Mit Unterstützung der pädiatrischen Palliativeinheit kann die Betreuung auch zu Hause weitergehen.
Familien können Fotos, Hand- und Fußabdrücke oder Kleidungsstücke in einer Erinnerungsbox erhalten. Möchten sie diese beim Verlassen des Krankenhauses nicht mitnehmen, bewahrt Son Llàtzer sie drei Jahre lang auf.
Unterstützung nach dem Verlust
Nach dem Tod des Kindes sieht die Leitlinie psychologische Unterstützung und Hilfe bei Behördengängen vor. Nach 15 bis 30 Tagen bietet das medizinische Team ein Gespräch an: Es kann dann noch ausstehende Untersuchungsergebnisse besprechen und über Hilfsangebote sowie eine mögliche weitere Schwangerschaft informieren.
Themen: Gesundheit
Quelle: Europa Press / Mallorca.com